Koalitionsverhandlungen
FDP pocht auf Kita-Gutschein

Die Liberalen wollen in den Koalitionsverhandlungen mit der Union massiv auf höhere Ausgaben für Forschung, Bildung und Kinderbetreuung drängen. Zentral ist dabei die Forderung nach einem "Bildungs- und Betreuungsgutschein" für alle Kinder ab dem ersten Geburtstag - auf Kosten des Bundes.

BERLIN. "Ein solches Gutscheinsystem würde den von Bund und Ländern bereits vereinbarten Ausbau der Kinderbetreuung erheblich beschleunigen", sagte die Vizeparteivorsitzende der FDP, Cornelia Pieper, dem Handelsblatt. "Wir müssen das Gold in den Köpfen heben - und Gutscheine würden dafür sorgen, dass vor allem Kinder von Migranten frühzeitig die deutsche Sprache lernen und so eine echte Chance auf Integration bekommen".

Finanziell gesehen wäre dafür "nur ein Bruchteil der 187 Mrd. Euro nötig, die der Bund jährlich für Familien ausgibt", betonte Pieper. Ein Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kita schicken, wie es die CSU fordert, lehnen die Liberalen ab. Das bekräftigte Pieper in diesem Zusammenhang einmal mehr.

Grundlage für die Forderungen, mit denen die FDP in die Koalitionsverhandlungen geht, "ist natürlich auch bei Bildung und Forschung unser Deutschlandprogramm", sagte die FDP-Vizevorsitzende. "Im Wesentlichen geht es uns um eine bessere Qualität in der frühkindlichen Bildung: Die Gehirnforschung besagt, dass ein Mensch nie wieder so schnell lernt wie in der Zeit bis zum sechsten Lebensjahr."

Für die Hochschulen fordern die Liberalen eine deutlich bessere finanzielle Ausstattung: Nach ihren Vorstellungen muss die Grundfinanzierung der zusätzlichen 275 000 Studienplätze höher ausfallen als bislang geplant. "Das entspricht den Forderungen der Hochschulrektorenkonferenz und würde auch berücksichtigen, dass etwa Studienplätze in den Ingenieurswissenschaften oder der Medizin wesentlich teurer sind als andere", sagte Pieper. Allein den Bund kostete das mehrere hundert Millionen Euro, die kofinanzierenden Länder ebenfalls.

In einem ersten Schritt müsse es aber darum gehen, das von Bund und Ländern unlängst beschlossene 18-Milliarden-Euro-Programm bis 2018 nun "auch in dieser Höhe zu etatisieren". Das Paket umfasst neben dem Hochschulpakt II auch die Verlängerung der Exzellenzinitiative für die Spitzenforschung in den Universitäten sowie den Pakt für Forschung, der Forschungsorganisationen wie Fraunhofer und Max-Planck eine jährliche Budgetsteigerung von fünf Prozent garantiert.

Seite 1:

FDP pocht auf Kita-Gutschein

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%