Gemeinsamer Auftritt

Andrea Nahles und Volker Kauder: Tempo bei Koalitionsgesprächen.

(Foto: dpa)

Koalitionsverhandlungen Kauders rote Lederjacke und ein GroKo-Pingpong mit Nahles

Spätestens am Veilchendienstag will Andrea Nahles mit den GroKo-Verhandlungen durch sein. Volker Kauder warnt: Die Großkopferten von Union und SPD würden an Fasching veräppelt, wenn sie nicht vorher fertig würden.
Update: 24.01.2018 - 13:59 Uhr 1 Kommentar

BerlinGeht es nach Volker Kauder, ist die Sache klar. Der Unionsfraktionschef will die Große Koalition unbedingt. „Wenn uns das jetzt nicht gelingt, dann kann es für alle Volksparteien und für unser Land schwierig werden“, sagt Kauder bei einer Veranstaltung zu Ehren des 2012 verstorbenen früheren SPD-Fraktionschefs Peter Struck. Und der 68-Jährige verspricht: „Wenn's zu dieser Großen Koalition kommt, trete ich in Berlin in meiner roten Lederjacke auf.“ Lederjacke - das war ein Markenzeichen Strucks.

Seine SPD-Kollegin Andrea Nahles demonstriert auf Kauders Ankündigung trotz ihrer widerborstigen Parteigenossen Optimismus: „Das wird den Mitgliederentscheid positiv beeinflussen.“ Nach den am Freitag beginnenden Koalitionsverhandlungen von Union und SPD müssen erstmal die SPD-Mitglieder über den Koalitionsvertrag abstimmen.

Kauder beschreibt das Duo Struck-Kauder als Vorbild politischen Vertrauens. So hätten beide Fraktionschefs vereinbart, nur gemeinsam in Talkshows aufzutreten – und vorher hätten sie ausgemacht, „wen wir uns vornehmen“. In einem neuen, von Kauder herausgegebenen Buch wird Struck in Erinnerung gerufen als knorriger Sozialdemokrat: „Schnauzbart, Pfeife, Motorrad. So haben ihn die Menschen im Kopf.“ Kauder erinnert an Struck, der am 24. Januar 75 geworden wäre, als echten Freund. Gemeinsam hätten sie die große Koalition nach dem Ende von Rot-Grün unter dem damaligen SPD-Kanzler Gerhard Schröder im Kern zusammengehalten.

Und wie ist heute das Verhältnis zu Nahles? Zu ihr habe er „eine wirklich ausgezeichnete Arbeitsbeziehung“, sagt Kauder. Nahles meint: „Ich glaube, dass wir wirklich eine Basis haben, auf der wir jetzt aufbauen können - das wird eine wichtige Achse werden in den kommenden Monaten.“

Prompt zeigen Nahles und Kauder, dass sie auch Polit-Show miteinander können. Zuerst habe er vorsichtig sein müssen mit Äußerungen zur SPD, weil ja der SPD-Parteitag zu Koalitionsverhandlungen bevorstand – und jetzt wegen des SPD-Mitgliedervotums, zeigt sich Kauder gespielt genervt. „Ich hoffe doch sehr, dass wir den Zustand, in dem wir unser Land in der ganzen Welt präsentierten, bald beenden“, meint er. Nahles entgegnet: „Wir werden uns bemühen.“ Mit Blick auf Fasching meint sie: „Ich habe eine sieben Jahre alte Tochter, die einen großen Beutel hat, der gefüllt werden will. Es kann ja auch Veilchendienstag werden, aber natürlich muss es jetzt vorangehen.“

Kauder hakt ein: „Wenn wir vor Fasnacht nicht fertig werden, wird das zum Thema bei allen Fasnachtsveranstaltungen – da schneiden wir granatenmäßig schlecht ab.“ Nahles daraufhin mit Blick auf die Union: „Das hängt ja an Euch.“ Kauder: „Ich will, dass wir Erfolg haben.“ Seit Längerem sage er kein schlechtes Wort über „die Sozis“ – obwohl ihm einiges einfallen würde. Macht die Union der SPD mit deren Nachbesserungswünschen nun Zugeständnisse? „Dort, wo wir können, machen wir, dort wo wir nicht können, müsst Ihr auch mal Ruhe geben“, sagt Kauder. Nahles antwortet knapp: „Es muss noch verhandelt werden.“

Union und SPD ruft Kauder noch dazu auf, nicht schlecht über eine gemeinsame Regierung zu reden. „Wenn wir jetzt gemeinsam starten, dann reden wir auch gut über das Ding und helfen dem Land aus einer schwierigen Situation heraus.“ An ihm und Nahles – soviel wird klar – liegt es nicht. Auch wenn es (noch) nicht die Freundschaft wie bei Kauder und Struck ist.

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  • dpa
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1 Kommentar zu "Koalitionsverhandlungen: Kauders rote Lederjacke und ein GroKo-Pingpong mit Nahles"

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  • Das ist so als ob die SED einen Wahlkampf zwischen SED1 und SED2 organisiert.

    Die Mitglieder der SED1 und SED2 gratulieren sich gegenseitig für das Gewinnen der Wahlen und für eine erfolgreiche Regierungsbildung innerhalb der SED nach fast einem halben Jahr nach der "Feier der Demokratie".

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