Koalitionsverhandlungen
Merkel schwärmt von Steinbrück

Trotz aller Streitigkeiten über die Bildung einer großen Koalition hat Angela Merkel den Sozialdemokraten ein großes Lob ausgesprochen. Besonders ihr künftiger Finanzminister hat es ihr angetan.

HB BERLIN. Vor der zweiten Runde der Koalitionsverhandlungen hat die designierte Bundeskanzlerin Merkel (CDU) die Zusammenarbeit mit der SPD und namentlich mit Peer Steinbrück gelobt. Steinbrück sei ein Mann, „der die Probleme des Landes sehr nüchtern und realistisch sieht“, sagte Merkel der „Bild am Sonntag“ auf die Frage, ob es einen Sozialdemokraten gebe, der sie überrascht habe. „Bei konkreten Problemen sind wir uns in der Analyse schnell einig. Überhaupt belegen die Personalentscheidungen der SPD den festen Willen des Koalitionspartners, die Herausforderungen sehr ernsthaft anzugehen.“

Nach ihrer Einschätzung sei der Auftakt der Koalitionsverhandlungen geglückt, sagte Merkel. Sie mache sich aber keine Illusionen darüber, dass die Verhandlungen noch schwierig würden. „Es wird desto spannender, je mehr wir ins Detail einsteigen.“ Entscheidend sei aber, dass die Verhandlungen mit dem festen Willen begonnen worden seien, wirklich eine stabile Regierung zustande zu bringen. „Ich denke, dass dieser Geist des Beginns uns helfen kann, auch kritische Situationen zu meistern.“

Schwierig werde es wohl auch beim Thema längere Laufzeiten für Atomkraftwerke. „Da wird es Kontroversen geben“, sagte Merkel. „Wir brauchen einen energiepolitischen Mix. Dazu gehört für eine überschaubare Zeit die Kernenergie, dazu gehören aber auch erneuerbare Energien.“

Merkel wird sich am Sonntag den kritischen Fragen der jungen Parteimitglieder stellen. Sie wird zum Abschluss des Deutschlandtages der Jungen Union in Augsburg erwartet. Die Nachwuchsorganisation der Unionsparteien will mit der CDU-Chefin das unerwartet schwache Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl diskutieren. Am Samstag hatte sich CSU-Chef Edmund Stoiber einer ausführlichen Debatte über die Ursachen des Wahlergebnisses gestellt und Verfehlungen eingeräumt. CDU-Steuerexperte Friedrich Merz hatte der Unionsführung massive Fehler im Wahlkampf vorgeworfen.

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