Koalitionsverhandlungen
SPD-Rechte stellen sich quer

Die Gespräche über mögliche Koalitionsverhandlungen zwischen den Spitzen von SPD und Union stehen offenbar kurz vor dem Abschluss - wahrscheinlich mit Angela Merkel als Kanzlerin. Doch der „Seeheimer Kreis“ des rechten SPD-Flügels hält weiter an Schröder fest.

HB BERLIN. Er habe kein Problem mit Merkel, sondern damit, dass die SPD nach dem Willen von CDU und CSU in einer großen Koalition nicht am Kanzleramt beteiligt werden solle, sagte der Sprecher des Kreises, Johannes Kahrs, am Freitag im WDR. Die SPD habe in den vergangenen Jahren gemerkt, dass es auf den Regierungschef ankomme. "Und deswegen glaube ich nicht, dass die SPD wegen dem 'Judaslohn' eines Bundestagspräsidenten oder eines Ministeriums mehr in eine große Koalition geht", sagte Kahrs. Das funktioniere auf die Dauer nicht. Sein Parteiflügel könne sich aber einen Kompromiss vorstellen, der darauf hinauslaufe: "Zwei Jahre Schröder, zwei Jahre Merkel."

Doch im Ringen um eine Regierungsbildung wird die Union nach den Worten von CDU-Bundesvize Christian Wulff weder auf das Kanzleramt noch auf das Amt des Bundestagspräsidenten verzichten. Der niedersächsische Ministerpräsident betonte am Freitag in Hannover, die SPD trage die Verantwortung dafür, dass die Gespräche über eine große Koalition erst am Sonntag fortgesetzt werden können.

Offenkundig brauche die SPD bis Sonntag um einzuräumen, dass die stärkste Fraktion den Regierungschef und den Parlamentspräsidenten stelle und dass die Fraktionen sich in Personalentscheidungen nicht gegenseitig hinein reden würden, sagte Wulff. "Dann dauert es eben ein paar Tage länger. Dafür haben wir dann ein gutes Programm und eine tragfähige vertrauensvolle Grundlage und ziehen uns nicht irgendwie über den Tisch und haben dann vier Jahre Streit."

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