Koch-Mehrin unter Verdacht
Staatsanwalt nimmt Doktorarbeit ins Visier

Für Silvana Koch-Mehrin wird es immer ungemütlicher. Nach der Uni Heidelberg beschäftigt sich nun auch die Staatsanwaltschaft mit ihrer Doktorarbeit. Die FDP-Vorzeigefrau soll etliche Passagen abgeschrieben haben.
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Berlin/HeidelbergDie Staatsanwaltschaft Heidelberg befasst sich mit der Doktorarbeit der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin. "Wir haben am Montag von Amts wegen ein Vorprüfungsverfahren wegen Verdacht auf Urheberrechtsverletzungen eingeleitet", sagte Behördensprecherin Dorothee Acker-Skodinis dem "Tagesspiegel". Dabei werde geprüft, ob ein förmliches Ermittlungsverfahren zu führen sei. Nach Recherchen der Internet-Plattform „VroniPlag Wiki“ soll die Europaabgeordnete - ähnlich wie Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) - auf etlichen Seiten ihrer Arbeit Textpassagen von anderen Autoren verwendet haben, ohne dies in Fußnoten kenntlich zu machen.

Die Vorermittlungen werden laut Acker-Skodinis "vorrangig geführt", damit zügig klar werde, ob sich der Verdacht erhärte. Die zuständigen Staatsanwälte prüften dabei neben Urheberrechtsverstößen auch eine mögliche Verjährung, da die Veröffentlichung der Dissertation bereits einige Jahre her sei. Koch-Mehrin (40) hatte ihre Arbeit „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik“ im Jahr 2000 an der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg eingereicht.

Laut Staatsanwaltschaft müsse auch abgewartet werden, was die Universität Heidelberg zu der Angelegenheit sage. "Wir müssen wissen, ob die Vorwürfe zutreffen." Wenn sich der Verdacht aus rechtlichen Gründen nicht bestätige, würden die Ermittlungen auch "vorrangig eingestellt", sagte die Sprecherin. Koch-Mehrin selbst ließ über ihren Sprecher in Brüssel ausrichten, sie wolle sich zu den Vorwürfen nicht äußern - und verwies auf die Universität Heidelberg.

Die Hochschule prüft derzeit, ob die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments bei ihrer Doktorarbeit abgeschrieben und Quellen nicht korrekt genannt hat. Angeblich wurden bis Mittwochmittag 31 Seiten mit möglichen Plagiaten gefunden - rund 15 Prozent der Doktorarbeit. Koch-Mehrin war bislang als mögliche Vizechefin der FDP in der neuen Mannschaft des designierten Parteivorsitzenden Philipp Rösler im Gespräch.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • An Wähler:
    Die meisten Studenten die einen Doktortitel erhalten haben die Dissertation selbständig geschrieben. Eine große Minderheit der Studenten nutzen aber „diverse“ Hilfsmittel.

    Dabei ist die Qualität einer Doktorarbeit sehr unterschiedlich, dabei sind die meisten Doktorarbeiten nur eine „Pflichtübung“ damit der Titel verliehen wird.

    Die anderen Doktorarbeiten bringen neue Erkenntnisse und verdienen auch den Namen. Diese unterschiedliche Wertigkeit kommt aber leider nicht zur Geltung.

    Dabei gibt es noch die „Politisch motivierte“ Verleihung von einem Doktortitel, besonders die DDR fällt in unserem Sprachraum auf. ( Merkel, Gysi, etc.)

    Dabei war es in diesen System wichtiger das richtige Parteibuch zu besitzen als die fachliche Qualifikation.

    Dabei ist auch bei uns der Besitz des richtigen Parteibuches förderlich, für eine Laufbahn in der Verwaltung und auch im Schulwesen. (Leider nur ein Schwerpunkt)

    An Xray,
    es gibt einige Berichte über die Tätigkeit von Frau Koch-Mehrin in der EU. Dabei ist ihre Abwesenheit ein besonderes Merkmal von ihr. Dabei schadet sie nicht unserem Land wie andere Politiker die wir nach Brüssel schicken. (z. b. den Griechen Jorgo Chatzimarkakis, oder damals den Türken Vural Öger etc.) dabei sind unsere Landsleute nur wenige Deut besser.

  • Es wird keine juristische Verfolgung geben. Dazu hat diese Frau ein zu mächtiges Netzwerk, das dieses verhindern wird. Zwar wird sie vorübergehend auf Tauchstation gehen, aber man sollte ihre Verbindungen nicht unterschätzen. Das Bananenimperium der EU und die deutsche Laienspieltruppe in Brüssel und Berlin lassen niemand aus ihrer Seilschaft fallen. Auf der Strecke bleibt der Bürger, der diese Speckmaden zwangsalimentieren muß, und der immer mehr bezahlt ohne irgendeine Gegenleistung.

  • Sehen Sie,
    Ihre Falsifikation ihrer Falsifikation bestätigt
    natürlich Ihre Aussage über sich(Sie) selbst, unabhängig von Ihrer persönlichen falsifizierten Meinung.
    Daher auch Ihnen Falsifizierte Grüße.

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