Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte als erste Reaktion ihren für Montagabend geplanten Besuch im WM-Quartier der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Südtirol ab. Merkel habe Bundespräsident Horst Köhler von seinem Rücktritt abhalten wollen. Köhler habe sie am Montagmittag um 12.00 Uhr überraschend angerufen. Sie habe noch versucht, ihn umzustimmen. "Das ist leider nicht gelungen", sagte Merkel in Berlin. Sie bedauere die Entscheidung "aufs Allerhärteste". Köhler sei in der Wirtschafts- und Finanzkrise ein wichtiger Ratgeber gewesen. Zur Wahl eines neuen Staatsoberhaupts sagte Merkel, man werde sich jetzt die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung anschauen und über die weiteren Schritte beraten. Merkel sagte, sie habe Respekt vor Köhlers Entscheidung. Die Menschen in Deutschland werden nach ihren Worten sehr traurig über den Rücktritt sein. Köhler sei ein Präsident der Bürgerinnen und Bürger gewesen. Er habe wichtige Arbeit für Deutschland geleistet und das Ansehen des Landes gestärkt. Foto: ap