Kofferbomben in Nahverkehrszügen
BKA zeigt mutmaßliche Kofferbomber

Der Terror hat offenbar auch Deutschland erreicht. Die beiden Ende Juli in Nahverkehrszügen gefundenen Kofferbomben haben nach Ansicht von Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) möglicherweise einen terroristischen Hintergrund. Die Sprengsätze sollten immerhin gleichzeitig gezündet werden. Auf einem veröffentlichten Videoband sind zwei Verdächtige zu sehen.

HB WIESBADEN. Bei den beiden Gepäckstücken seien arabische Schriftzeichen und Telefonnummern aus dem Libanon entdeckt worden, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Freitag in Wiesbaden. Die beiden Sprengsätze hätten zeitgleich auf freier Strecke etwa zehn Minuten vor Eintreffen der Züge an ihren Zielorten explodieren sollen. Zeitpunkt der Zündung sei 14.30 Uhr gewesen.

Die Bundesanwaltschaft geht von einer inländischen terroristischen Vereinigung aus, wie Bundesanwalt Rainer Griesbaum erklärte. Ein Erpressungsversuch der Bahn mit den geplanten Anschlägen sei eher unwahrscheinlich. Der Bundesgerichtshof habe am Freitagmorgen eine öffentliche Personenfahndung gestartet.

Die Ermittlungsbehörden veröffentlichten zur Fahndung nach den Tätern Video-Aufnahmen mit Bilden einer Überwachungskamera am Kölner Bahnhof. Sie zeigen zwei Männer mit südländischem Aussehen, die im Verdacht stehen, die Koffer am Tattag transportiert zu haben. Bei einer Pressekonferenz im Bundeskriminalamt (BKA) wurden dazu zwei Fahndungsplakate vorgestellt.

» Video: Verdächtige Person 1
» Video: Verdächtige Person 2
» Aufruf: Bundeskriminalamt bittet um Mithilfe

Nach Angaben von BKA-Chef Jörg Zierke wurde in einem der Koffer ein Zettel in arabischer Sprache mit Telefonnummern aus dem Libanon gefunden. Das BKA hat eine Belohnung von 50 000 Euro zur Ergreifung der Täter ausgesetzt. Die beiden Kofferbomben waren am 31. Juli in Regionalzügen in Koblenz und Dortmund abgelegt worden. Eine Wiederholungsgefahr sei „durchaus gegeben“. Die Täter hätten vor der geplanten Detonation die Züge verlassen. Es habe sich also nicht um Selbstmordattentäter gehandelt.

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