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06.04.2008 

In Berlin hat sich der Unternehmer Arnd Schumacher längst auf Experten spezialisiert. Mit seiner Firma S&W Personaldienstleistungen vermittelt er kaufmännische Fach- und Führungskräfte, Controller und Assistenten, Buchhalter und Sekretärinnen. Sechs Monate ist die Verweildauer im Unternehmen. Dann würden die meisten Mitarbeiter abgeworben.

Schumacher ist gelernter Ingenieur – und wurde vor Jahren selbst arbeitslos. Nach der Wende sprang er als Jobvermittler beim Berliner Arbeitsamt ein, das von einer kundenfreundlichen Agentur damals weit entfernt war. Später wechselte er zu Adecco. Und 1996 gründete er schließlich das eigene Zeitarbeitsunternehmen.

Bewerber warten heute vor einem großen Aquarium im sonnengelb gestrichenen Flur, Mitarbeitergespräche führt der Chef beim Kaffee auf der kleinen Dachterrasse. Schumachers Firma gehört zu den lokalen Marktführern, 250 Mitarbeiter hat er in seiner Zeitarbeitskartei. Und doch macht er sich Sorgen. „Es heißt zwar, dass die Zeitarbeit boomt“, sagt er. „Aber in der Branche bemerken wir, dass die Unternehmen wieder unsicherer werden. Man spürt ihre Sorge über die Konjunktur.“ Die Zeitarbeit sei nun einmal Seismograf der Konjunkturlage – und der politischen Befindlichkeiten.

Die Gewerkschaften bemühten sich, die Zeitarbeit in der öffentlichen Debatte schlecht darzustellen, das erkläre auch die Anfeindungen aus der Politik und die Debatte um den Mindestlohn. Seit Tagen denkt Schumacher daher darüber nach, ob sich für die viel kritisierte „Leiharbeit“ nicht ein besserer Begriff finden ließe. Leasing? Zu platt. Überlassung? Klingt bürokratisch. Modernes Arbeiten, so etwas in der Richtung müsste es sein. Schließlich geht es in Schumachers Job darum, Flexibilität zu vermarkten – und Chancen.

Im Profil-Papier, das er an seine Kunden verschickt, hat er über eine Mitarbeiterin kürzlich Folgendes geschrieben: „Sympathische und gepflegte Erscheinung. Teamfähig und belastbar. Hohes Maß an Engagement und Flexibilität.“ Die Mitarbeiterin heißt Sabine Schweers.

Für die Buchhalterin hat sich die Zeitarbeit ausgezahlt. Im Mai wird sie von der Firma GWB übernommen. In Festanstellung. Als ganz normale Kollegin eben. Den Vertrag hat sie schon unterschrieben.

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 13, 22.03.2008.

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