Deutschland
Kommentar: Robbes Wahl, Merkels Not

Die Kanzlermehrheit hätte es sein müssen. Am Ende waren es sogar noch drei Stimmen der Opposition, die dazu kamen und dem neuen Wehrbeauftragten des Bundestages, Reinhold Robbe, eine komfortable Mehrheit bescherten.

Eine Überraschung ist dies allemal, denn im schlimmsten Fall hätte der heutige Tag im Berliner Reichstag auch zu einem parlamentarischen Desaster für Rot-Grün werden können. In der Fraktion war Robbe erst im zweiten Wahlgang und mit hauchdünner Mehrheit von den eigenen Genossen gewählt worden – eine schallende Ohrfeige für Partei- und Fraktionschef Franz Müntefering.

Das heute gleich drei Abgeordnete der Opposition den Sozialdemokraten und Grünen zu Hilfe eilten hat viel mit der Person Robbes zu tun, der als früherer Sprecher des konservativen Seeheimer-Kreises in der SPD bis weit in das Lager der Union geachtet ist. Angela Merkel muss jedoch aufpassen, dass sie ihre eigenen Parteifreunde in der Fraktion beizeiten hinter sich scharrt. Wer an die Macht will, muss sich auf seine Truppen verlassen können.

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