Kommentar: Technologie-Branche
Äpfel und Birnen

Intel und Google werden gerne von Anlegern und Analysten in den Topf der Technologie-Unternehmen geworfen. In der gleichen Suppe schwimmen auch IBM, Ebay, Dell, Microsoft oder SAP. Die Gemeinsamkeiten der Firmen schwinden allerdings. Es wird immer wichtiger, zwischen den einzelnen Unternehmen genau zu unterscheiden.

Was haben Intel und Google gemeinsam? Beide Firmen stammen aus dem Silicon Valley, und beide haben sie irgendetwas mit Computern zu tun. Und sie arbeiten in einem sehr schnelllebigen Umfeld. Das wär’s dann auch schon. Denn Intel ist ein Halbleiterhersteller mit hoch komplexen, mehrere Milliarden Euro teuren Werken. Google dagegen betreibt eine Suchmaschine im Internet, die von Anzeigen und den Ideen der Software-Entwickler lebt.

Trotzdem werden beide Konzerne gerne von Anlegern und Analysten in den Topf der so genannten Technologie-Unternehmen geworfen. In der gleichen Suppe schwimmen auch so bekannte Namen wie IBM, Ebay, Dell, Microsoft oder SAP. Die Gemeinsamkeiten der Firmen schwinden allerdings von Tag zu Tag, und so wird es immer wichtiger, zwischen den einzelnen Branchen und Unternehmen genau zu unterscheiden.

Ein Beispiel. Ob es Intel gut geht oder nicht, hängt stark davon ab, wie das Computergeschäft weltweit läuft. Neun von zehn Rechnern arbeiten mit den Chips der Amerikaner. Beim Münchener Halbleiterhersteller Infineon sieht das ganz anders aus. Ob Infineon schwarze Zahlen schreibt oder nicht, entscheidet sich vor allem im Geschäft mit Autoproduzenten und Handyherstellern. Denn der Chipverkauf an die Automarken BMW und Mercedes oder den Mobilfunkanbieter Samsung ist eine der Spezialitäten der früheren Siemens-Tochter. Für Intel haben diese Segmente fast keine Bedeutung. So zeigt sich schon in ein und derselben Branche, dass Wohl und Wehe der Firmen von ganz unterschiedlichen Faktoren abhängen. Und so kann Intel in derselben Woche die Investoren schwer enttäuschen, während Infineon mit guten Zahlen glänzt.

Noch ein Beispiel. Wenn der weltgrößte Computerbauer Dell seine hoch gesteckten Absatzziele verfehlt, dann bedeutet das noch lange nicht, dass die Menschen weniger Zeit im Internet verbringen. Denn zumindest in der westlichen Welt haben die meisten Leute schon einen Computer. Die Online-Auktionsseite Ebay oder das führende Internetkaufhaus Amazon lassen solche Meldungen der PC-Hersteller deshalb völlig kalt. Für Ebay und Amazon ist viel wichtiger, wie sich das Kaufverhalten der Menschen verändert, ob sie weniger oder mehr für neue Turnschuhe und CDs ausgeben. Die Konzerne leben davon, dass sie die richtigen Produkte in der richtigen Art und Weise anbieten. Der Computer ist hier nur Mittel zum Zweck, die Firmen sind mehr Händler denn IT-Unternehmen.

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