Kommentar Wir wollen Würde!

Ob Christian Wulff gelogen hat oder nicht, trifft nicht den Kern. Es geht darum, dass sich ein Bundespräsident in Fragen der Trennung von Amt und privatem Vorteil nicht durchwursteln darf, sondern Stellung beziehen muss.
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Florian Kolf, stellvertretender Chefredakteur Handelsblatt Online Quelle: Frank Beer für Handelsblatt

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(Foto: Frank Beer für Handelsblatt)

Der Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten gebietet es, dass es sich jeder gut überlegt, wann er den Amtsinhaber kritisiert – und in welchem Ton er das tut. Der Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten gebietet es aber auch, dass der Amtsinhaber sich gut überlegt, wie er sich privat verhält und wie sein Handeln auf die Bevölkerung wirkt.

Die ethische Messlatte für Bundespräsident Christian Wulff liegt hoch – und das zu recht. Beim ersten Mann im Staate darf es nicht einmal den Anschein geben, er habe sich Vorteile aus der Wirtschaft verschafft. Einen Privatkredit in Höhe von einer halben Million Euro von einer Unternehmerin anzunehmen, ist in diesem Zusammenhang keine Lappalie. Das muss ein Politprofi wie Wulff eigentlich wissen.

Spätestens nach seinem umstrittenen Urlaub in der Privatvilla des AWD-Gründers Carsten Maschmeyer muss Wulff klar gewesen sein, dass er sich keine weitere Fragwürdigkeit leisten kann, ohne seinen guten Ruf zu gefährden. Schon damals hat er sich zumindest ungeschickt verhalten. Auch seine Entschuldigung er habe für die Unterkunft in der Villa ja bezahlt, traf nicht der Kern des Unbehagens. Die private Nähe des damals künftigen Bundespräsidenten zu einem schillernden Unternehmer ließ viele an der Unabhängigkeit von Wulff zweifeln. Dieses Unbehagen kann man nicht mit einer Übernachtungsquittung ausräumen.

Im aktuellen Fall ist das Schema ähnlich. Wulff versucht wortreich zu begründen, warum er den Landtag über seine Beziehungen zu dem Unternehmerehepaar Geerkens nicht belogen hat. Doch das macht die ganze Sache nicht besser. Im Gegenteil. Dass er die Spitzfindigkeit bemühen muss, er sei ja zu den geschäftlichen Beziehungen zu Egon Geerkens befragt worden und nicht zu dessen Frau, zeigt nur eins: Er hat offenbar immer noch nicht ganz verstanden, was der Würde des Amtes angemessen ist. Hier geht es nicht ums Durchwursteln. Es geht um klare präsidiale Worte, wie er es mit der Trennung von Privatleben und Amt hält.

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20 Kommentare zu "Kommentar: Wir wollen Würde!"

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  • Die Frage nach der Versteuerung von Zinseinnahmen kann man jedem stellen - mit welchem Absichten und Unterstellungen auch immer.

    Wie man an diesem Fall sieht sind solche Konstrukte wie "moralische Integrität" nahezu beliebig bestimmbar. In der Politik kann dann immer absichtsvoll eine Negation nachgeschoben werden. Davor kann sich mit Blick auf eine immer überraschende Zukunft nur schützen, wer Kontakte möglichst meidet. Jeder Sozialkontakt kann sich später als üble Tat herausstellen: es war ein Bankräuber, Terrorist oder Kinderschänder, dem man arglos den Weg erklärt, die Uhrzeit genannt oder auch nur die Tür aufgehalten hat. Und sofort ist man selbst verdächtig! Gibt es absichtslose Kontakte und Beziehungen ohne Vorteile?

  • Sind denn die Zinseinnahmen auf Seiten Geerkens auch ordentlich versteuert worden?

  • Wenn der Vorwurf der Grünen sich bestätigen sollte, dass der "rein private Kredit" eines "privaten Freundes" sich als Vorteilsnahme im Amt herausstellen könnte, weil dieser private Freund (Geerkens) als Teilnehmer einer Wirtschaftsdelegation des damaligen MP Wulff mitgereist war, wird es delikat. Hat Wulff seinem rivaten Freund Zugang verschafft zu lukrativen Aufträgen? Ein Heiliger im Amt wird vom Volk nicht erwartet, aber moralische Integrität.

  • Würde des Amtes? Diesen Schwachsinn kennen wir doch von Helmut Kohl! Schon vergessen - und wo das endete: im Strom des Bimbes mit jüdischen vermächtnissen als Treibgut und ungenannten Spendern. Die Kritik in der Sache ist mir völlig unverständlich. Wer aber Heilige für Ämter sucht, sollte gleich die Ämterabschaffung fordern und neue nach Maßgabe seines Heiligenverständnisses vorschlagen.

  • Der Präsident und auch seine Ehefrau, das müssen absolut integre Personen sein. Das Ehepaar Wulff ist es nicht!

    Geschenkte Freiflüge mit Air Berlin, kostenloses Wohnen in der Villa eines befreundeten Unternehmers, Kredit von einem Unternehmer oder dessen Ehefrau. Das ist vielleicht nur die Spitze eines Eisbergs. So etwas ist nicht hinnehmbar und vor einem solchen Präsidenten kann ich weder Respekt noch Achtung haben.

    Gut, ich bin kein Politiker, aber als solcher würde ich mir nichts von niemanden schenken lassen. Schon alleine aufgrund des hohen Einkommen würde ich mich zu tiefst schämen, wenn ich privat fliegen würde und einen solchen Flug geschenkt bekäme. Das gilt natürlich auch für andere privat nutzbare Dinge.

  • Türken-Wulff besitzt keine Würde oder verdient Respekt!

    Dieser Mann hat den Schaden für unser Volk gemehrt und den Nutzen gemindert.

    Dieser „Mensch“ beschädigt das höchste Amt in unserem Land und es ist eine Schande das wir solche Leute gewähren lassen.

  • @Pro-D,
    Jawoll ..., äh, wie war noch Ihr Name?

  • -@ Cool

    auch wenn ich Christen net so mag, aber ein weiser Mann soll mal gesagt haben,

    "wer von Euch ohne Schuld ist, der werfe den 1. Stein"

    Keiner ist vollkommen.
    Sie nicht
    ich nicht
    und auch Herr Wulff nicht.

    Und wie auch immer, Herr Wulff ist der Bundespräsident und in dieser Funktion ist er in seiner FUNKTION zu respektieren und mit Würde zu verhalten. Es geht nicht die Bohne um die Person des Herrn Wulff, sondern wie wir Deutsche mit dem Inhaber des höchsten deutschen Amtes umgehen.

    Aber vielleicht verhindert meine Sichtweise von Respekt udn Würde, dass Deutsche sich hier verhalten, als wenn sie sich vom letzten Komasaufen noch imemr nicht so richtig erholt haben. Kann aber auch daran liegen, dass gewisse Werte aus der vorchristlichen Zeit inzwischen verloren gegangen sind.

    Wenn dem so ist, kann man dem dt. Volk nur wünschen, dass es ohne Identität vollkommen von der Denke aus Berlin Kreuzberg aufgeht.

  • Das darf man nicht falsch verstehen. Die kommen alle aus Hannover. Die Maschmeyers, die Schröders und die Wulffs auch. Da ist kein Problembewußtsein wie es andernorts ist. Das ist dort einfach anders.

  • Wenn Herr Wulf einen Funken Anstand hätte, hätte er sich erst gar nicht in das Amt wählen lassen. Dann wäre uns auch diese Diskussion erspart geblieben. Das er zur Zeit auf dem Posten des Bundespräsidenten betrachte ich eher als einen Fehler der Geschichte.
    Jeder, auch jemand, der ein Staatsamt inne hat, muss sich an seinen Taten messen lassen!
    @pro-D
    Der Satz; "wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand" gilt leider nicht. Auch Putin ist der gewählte Präsident eines großen Landes, dennoch wird niemand behaupten, er sei ein ehrlicher und integerer Mensch.

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