Kommentar zu Kinderbetreuung
Nachholbedarf in der Kita

Laut einer Studie sinkt die Zahl der Kinder, für die eine Erzieherin zuständig ist. Allerdings gibt es extreme Unterschiede: So sind Erzieherinnen in Berlin für doppelt so viele Kinder zuständig wie in Baden-Württemberg.
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BerlinDie Gute Nachricht ist: Es geht voran in den deutschen Krippen und Kindergärten. Nach dem quantitativen Ausbau wird nun offenbar auch in die Qualität investiert. Zumindest entwickelt sich der Betreuungsschlüssel positiv: In allen Bundesländern sinkt die Zahl der Kinder, für die eine Erzieherin zuständig ist.

Nicht akzeptabel sind allerdings die großen Unterschiede von Land zu Land, die die jüngste Bertelsmann-Studie offenbart:  Beim Spitzenreiter Baden-Württemberg betreut eine Fachkraft heute 3,1 Kinder bis drei Jahre und 7,7 zwischen drei und sechs.

Vor allem im Osten hingegen ist die Kinderbetreuung eine ziemliche Massenverwahrung: Dort kommen sechs Kleinkinder beziehungsweise mehr als zwölf Kita-Kinder auf eine Erzieherin – also jeweils doppelt so viele wie im Südwesten. Überdurchschnittlich schlecht selbst für ostdeutsche Verhältnisse schneidet Sachsen ab, das ansonsten doch so stolz auf seinen guten Pisa-Ergebnisse bei den 15-Jährigen ist. Im Westen hat vor allem Hamburg zwar nachgebessert, liegt aber bei den Kleinsten noch immer ganz hinten. Im Kindergarten gilt das für Hessen und das Saarland.

Unterm Strich führt offenbar kein Weg an bundesweiten Standards vorbei. Der Bund muss die Milliardenhilfe, die er den Ländern für den Kitaausbau gewährt, endlich auch an qualitative Ziele koppeln.

Handlungsbedarf gibt es aber auch bei der Teilnahme generell: Zwar ist heute zumindest der Kita-Besuch der Drei-bis Sechsjährigen der Normalfall, die Quoten liegen in der Regel über 90 Prozent. In den Blick nehmen müsste man aber das kleine Grüppchen derer, die nicht in eine Kita gehen. Das sind etwa in Bremen bei den Dreijährigen sogar 20 Prozent. Und auch bei den Älteren werden eben nicht alle in die Kita geschickt.

Solange es sich um Kinder handelt, die zu hause prima betreut und  gefördert werden, ist das völlig in Ordnung und Sache der Eltern. Es ist aber aus diversen Studien bekannt, dass vor allem Eltern mit Migrationshintergrund oder solche, die selbst große Probleme haben, auch Drei- und Vierjährige mitunter nicht in die Kita schicken.

Das Ergebnis ist oft, dass diese zu Schulbeginn den anderen deutlich hinterherhinken. Das wird bei Familien, bei denen zu Hause kein Deutsch gesprochen wird, offensichtlich – hier wäre jedes halbe Jahr, das die Kids früher in die Kita kommen und in der deutschen Sprache ‚baden‘ können, Gold wert. Doch auch deutschsprachige Kindern aus Problemfamilien darf die Chance, wenigstens in der Kita gefördert zu werden, nicht verwehrt werden.

Vor einer Kita-Pflicht schreckt die Politik aus guten Gründen zurück – es geht ja auch scheinbar nur um eine kleine Minderheit, zu der vor allem die Migranten gehören.  Doch es sind exakt diese Gruppen, die dann zehn Jahr später als Schulversager durch den Rost fallen – und enorme Aufwendungen des Sozialsystems verursachen.

Mit sanfter Überredung könnten sicher viele ihrer Eltern dazu bewegt werden, die Kitas zu nutzen. Doch es gibt bisher kein flächendeckendes System, diese Familien anzusprechen. Die Sozialminister verlassen sich darauf, dass die Kinderärzte nachfragen und den Kita-Besuch empfehlen. Oder sie warten, bis die Jugendämter alarmiert werden.

Nötig wäre aber ein Netz, das frühzeitig und vorbeugend die Vorteile einer Kita vermittelt – und zwar allen Eltern. Auch hier sollte sich Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) einmischen, zumindest, um das Thema in den Fokus zu rücken.  

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • Nachdem die griechischen Banken mit dem Hilfspaket der Bundestagsabgeordneten gerettet wurden, haben jetzt die deutschen Banken das Recht auf Rekapitalisierung. Da bleibt kein mehr für Kinder, für unsere Zukunftssicherung mehr über. Wir müssen uns um die konkreten Problem jetzt und heute kümmern!

    Ist es nicht so?

    Wie lange lassen das die Bürger hier noch mit sich machen? Reden wir keinen "Hitler" herbei, aber ein Tsipras, der sich um die Bürger kümmert, der wäre schon willkommen.

  • Ok, pro Kind eine Mutter
    Heißt 10 Kinder = 10 Mütter
    2 davon werden dann in der Kinderbetreuung gebraucht
    Eine wird sicherlich arbeitslos sein
    eine wird für die Krankenpflege gebraucht
    mind. 2 für die Altenpflege von dann ja 20 Großelternpaaren
    eine brauchen wir um in Großküchen zu kochen (für die Alten und die Kinder)
    eine brauchen wir zum Putzen (Kindertagesstätte/Altenheim und noch ein Privathaushalt)
    Eine brauchen wir um die Fertigprodukte (Lebensmittel - die gekauft werden weil die Zeit zum Kochen fehlt) zu fertigen.
    Bleibt noch eine Mutter übrig die Ärztin, Ingenieurin, Lehrerin, Steuerberaterin oder ähnliches sein kann.

    Wäre es da nicht viel, viel humaner wenn man die Kinder bei den Müttern lässt?
    Die Mütter sich um Kranke in der Familie und Alte der Familie kümmern würden. Und Kinder so ganz nebenbei mit den Nachbarskindern spielten?

  • Versteht doch einmal - es ist kein Geld da!

    Die Bundestagsabgeordneten haben eben erst deutsches Steuergeld ins Auslang, in Sicherheit gebracht!

    Man könnte jetzt mit der Keule, humanitärer Solidarität kommen. Aber ist Ihnen aufgefallen, dass die griechischen Bürger von den 86 Mrd. € keinen Cent sehen?

    Was glaubt die Regierung dem Bürger noch alles unterschieben zu können? Bauen wirklich alle Politiker darauf, bei der eigenen Klientel nach dem Rausschmiss so abkassieren zu können, wie das ein Peer Steinbrück vormachte? Über 1 Mio. € soll er für "Gequatsche" kassiert haben. Da gibt es aber einige, die für das Geld öfter und länger reden als er.

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