Kommentar zum Kita-Streik
Kompromiss mit Bauchschmerzen

Im Kita-Tarifstreit wurde eine Einigung erzielt. Doch sie wird die Gewerkschaftsbasis kaum zufriedenstellen. Letztlich ist sie aber alternativlos. Immerhin werden sich die Eltern freuen.
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BerlinDurchbruch im Kita-Tarifstreit? Entwarnung für die Eltern? Vielleicht kommt die Erleichterung ein wenig zu früh. Die Gewerkschaften Verdi, GEW und Beamtenbund müssen das am Mittwoch erzielte Verhandlungsergebnis ihren Mitgliedern erst noch zur Urabstimmung vorlegen. Und dass die mit Freude zustimmen, darf getrost bezweifelt werden. Schließlich hatte die Basis den Schlichterspruch im August noch krachend abgelehnt und die Gewerkschaftsspitzen, die zu hohe Erwartungen geweckt hatten, zurück an den Verhandlungstisch gezwungen.

Das nun ausgehandelte Ergebnis trage „den Wünschen und Erfordernissen der Beschäftigten eher Rechnung als die abgelehnte Schlichtungsempfehlung“, sagt Verdi-Chef Frank Bsirske. Die Betonung liegt hier auf „eher“. Denn von den in Aussicht gestellten Gehaltsverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent für Kita-Erzieherinnen oder Sozialarbeiter ist auch der neue Kompromiss noch meilenweit entfernt.

Mehr als leichte Verbesserungen für Berufseinsteigerinnen und 30 bis 80 Euro mehr Geld im Monat für bestimmte Sozialarbeiter ließen sich auch mit der Androhung neuer massiver Streiks nicht durchsetzen. Für die kommunalen Arbeitgeber wird der Abschluss nach eigenen Angaben mit 315 Millionen Euro nun nur knapp drei Prozent teurer als in der ursprünglichen Schlichtungsempfehlung.

Trotzdem spricht nun viel dafür, dass die Gewerkschaftsbasis das Ergebnis – wenn auch mit Bauchschmerzen – akzeptieren wird. Drei Warnstreikwellen und vierwöchige Erzwingungsstreiks haben die Geduld der Eltern auf eine harte Probe gestellt, den Kommunen aber kaum geschadet. Im Gegenteil: Während der Ausstand die Streikkassen von Verdi und Co. leerte, freuten sich die Kämmerer über eingesparte Personalkosten.

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Erfolge können nur in Etappen erzielt werden

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