Kommentar zur SPD
Schulz ist nicht mehr verkraftbar

Die SPD windet sich. Auf die Schnelle kann sie nicht ausbügeln, was die Jamaika-Sondierer nach wochenlangen Gesprächen verbockt haben. Und mit Martin Schulz wird die Partei keinen Neuanfang hinbekommen. Ein Kommentar.
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Als das Willy-Brandt-Haus am späten Freitagvormittag mitteilte, Martin Schulz werde um 13.15 Uhr vor die Presse treten, machte im Regierungsviertel sogleich das Gerücht die Runde, der SPD-Parteivorsitzende werde bei dieser Gelegenheit seinen Rücktritt erklären. Doch Schulz dachte nicht daran. Stattdessen erklärte er lediglich, man werde für den Fall, dass die SPD sich an einer Regierungsbildung beteilige, eine Mitgliederbefragung durchführen.

Schulz hat die SPD in eine schwierige Lage gebracht. Indem er nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche von CDU, CSU, FDP und Grünen zu Wochenbeginn sagte, seine Partei stehe für eine Große Koalition nicht zur Verfügung und man habe außerdem keine Angst vor Neuwahlen, hat er alle Türen zugeschlagen.

Schulz hat der SPD leichtfertig die Chance genommen, Verantwortung zu übernehmen. Das war taktisch extrem unklug. Der Prozess, den entstandenen Schaden zu reparieren, kostet Kraft. Es bedurfte der Hilfe des Bundespräsidenten, um Schulz zur Räson zu bringen.

Noch am Freitagnachmittag hieß es bei den Genossen, man halte an Schulz als Parteichef fest. Schulz wolle beim Parteitag Anfang Dezember erneut kandidieren, es gebe keinen Gegenkandidaten. Ende der Durchsage. Die SPD blendet ihr Personalproblem an der Spitze einfach aus.

Vielleicht besinnt sich die Partei ja doch schnell eines Besseren. Mit Schulz kann kein Neuanfang gelingen. Nach dem Wahldesaster und dem jüngsten schweren Fehler unmittelbar nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen ist Schulz für die Partei nicht mehr verkraftbar. Das gilt erst recht, wenn die Diskussionen der nächsten Tage doch noch in Richtung Große Koalition führen sollten.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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  • .....so wurde ich nachfolgend....von verschiedenen Seiten gebeten...über das Ass im Ärmel...zu sprechen....und es zu nennen...
    ...ist es Eingeweihten...gut bekannt....arbeitet jetzt in großer Verantwortung...in verschiedenen Betrieben...wo es auf...Korrektheit...und Fachkompetenz ankommt....hält Vorträge...vor Firmen-Bossen + anderen Kapital-Eignern...
    ...ist aus eigener Erkenntnis....das seine Person...keine Schramme mitbekommen soll...aus dem inneren Zirkel....der CDU-Führung ausgeschieden....und in die Industrie gegangen...
    ....eine für ihn logische...und richtige Entscheidung....nicht in der Partei verbrannt zu werden....sondern sich selber aufzuheben....und sich zu konservieren...evtl. für später...falls Not am Mann ist...
    ...ist er im besten Mannes- u. Politiker-Alters...
    ....und so ist es für mich....völlig unverständlich....daß nach diesen...dramatischen Entwicklungen...vom 24.9.2017..dem Wahlabend.... und den Folgen danach + bis heute....keine ultimative Neubestimmung...über die richtige Person...einer neuen Führungs-Persönlichkeit....in dieser Partei stattgefunden hat....
    ...ist die geistige Verflachung...soweit fortgeschritten....daß diese Partei kaum wieder zu erkennen ist....
    ... wäre der Abmarsch von über 1 Million...CDU-Ursprungswähler...einem Blitz-Einschlag gleich...die die rechte Partei der AFD wählten ...Anlass genug gewesen....sofort und unverzüglich + ohne schuldhafte Verzögerung...der Weg der Neubestimmung der CDU-Spitze gewesen wäre.....
    ....nichts dergleichen....
    ...und so wird die neue Regierung....der großen Koalition....wenn sie überhaupt zustande kommt.....keine überzeugende Strahlkraft...nach Innen + nach Außen.... haben...
    ...und was könnte und hätte....Das....das Obige geändert?...
    ....dass in dieser Situation...ein neuer Mann....im grauen Nadelstreifen....rank + schlank...die Bühne betreten hätte...um mit neuen Ideen...und klarem Blick...nach vorn gerichtet...für alle der Richtige wäre....
    ...er heißt + ist Friedrich Merz.....

  • @ Novi Prinz

    Wieso opfern?? Mit der Abwicklung der BRD werden selbstverständlich auch die Parteien abgewickelt - also auch die SPD. In der EUdSSR braucht man nur noch EINE Partei - und das ZK mit dem Politbüro in Brüssel. Die zukünftigen Pöstchen für Mutti und Schulz stehen also auch schon fest...

  • Die S P D soll sich opfern ! Ja Maika , macht aus Wurst „ Würstchen“ !
    Und die S P D opfert sich für Deutschland in eine „verkleinerte“ Koalition CDU/CSU/SPD !
    Für die SPD wäre das die sogenannte HARAKIRI- Koalition!
    So SPD - Mann R. Dressler .

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