Kommunale Kliniken
Ärzte: Tarif-Eckpunkte „gefällig verpackte Täuschung“

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat sich den Tarifabschluss der Kommunen mit den Gewerkschaften Verdi und DBB Tarifunion angeschaut - und fühlt sich nun veralbert: Statt eines Plus für die Ärzte an kommunalen Kliniken käme ein Minus heraus. Deswegen werde weiter gestreikt.

HB BERLIN. Marburger-Bund-Chef Frank Ulrich Montgomery sagte am Mittwoch in Berlin, die Vereinbarung sei eine „gefällig verpackte Täuschung“. Im Vergleich zu dem bis 2005 geltenden Bundes-Angestelltentarifvertrag bedeuteten die Entgeltregelungen nicht zehn Prozent plus, sondern ein Minus von zwölf Prozent. Die Arbeitgeber irrten, wenn sie damit auf eine Beendigung der Streiks hofften. „Diese zwölf Prozent minus steigert die Wut der Mediziner noch mehr“, sagte Montgomery. Auch bei den Arbeitszeiten seien keinerlei Verbesserungen oder Flexibilisierungen ersichtlich. Die Bezahlung von Bereitschaftsdiensten sei nicht geregelt.

Im Südwestrundfunk sagte Montgomery, die Arbeitgeber und Verdi hätten den Ärzten Rückenwind gegeben, mit dem sich der Arbeitskampf noch lange durchhalten lasse. „Denn dieser Tarifabschluss ... ist ja ein Vertrag zu Lasten Dritter und der wird unsere Leute erst richtig auf die Palmen bringen.“

Die Arbeitgeber hatten sich am Dienstag mit Verdi und der DBB Tarifunion auf einen Kompromiss über eine Anhebung der Gehälter für rund 400 000 Beschäftigte an den kommunalen Kliniken verständigt. Eingeschlossen sind neben den Ärzten auch Pflegepersonal, Techniker und Verwaltungsangestellte. Der Arbeitgeberverband VKA behauptet, die Gehälter für die Mediziner würden um durchschnittlich zehn Prozent steigen. Der Marburger Bund, der an der Einigung nicht beteiligt war, fordert einen eigenen Tarifabschluss. Der Verband sieht sich mit 145 000 Mitgliedern als eigentliche Vertretung der Ärzte, während bei Verdi seinen Angabe zufolge nur rund 1 000 Mediziner Mitglied sind.

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