Kommunale Kliniken
Marburger Bund im Ärzte-Tarifkonfikt ausgebootet

Für die Krankenhäuser der Landkreise und Städte gibt es einen neuen Tarifvertrag, der der Ärztegewerkschaft Marburger Bund allerdings gar nicht schmecken dürfte. Sie war an den Gesprächen der Kommunen mit den Gewerkschaften Verdi und DBB nämlich nicht beteiligt, vertritt aber die meisten Klinikärzte.

HB FRANKFURT AM MAIN. Die im Verband VKA zusammen geschlossenen Arbeitgeber erklärten in Frankfurt, es sei ein Durchbruch in wesentlichen Eckpunkten erzielt worden. Die Entgelte für die Beschäftigten sollten bis zu 20 Prozent steigen. Zudem sei eine 40-Stunden-Woche vereinbart worden mit der Möglichkeit einer Absenkung auf 38 Stunden. Die Regelungen treten ab 1. September 2006 in Kraft.

„Wir haben eine Spaltung in den Krankenhäusern verhindert“, sagte Frank Stöhr, der Chef der Gewerkschaft DBB Tarifunion. „Mit den vorliegenden Eckpunkten sind wir den berechtigten Interessen der Ärzte genauso gerecht geworden, wie den Ansprüchen des Pflege-, Reinigungs- und Verwaltungspersonals.“ Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund war an den Verhandlungen in Frankfurt am Main nicht beteiligt, obwohl sie die meisten der 70 000 betroffenen Ärzte vertritt.

Der Marburger Bund lehnte die Tarifeinigung so auch prompt ab. Der Vorsitzende der Ärztegewerschaft, Frank Ulrich Montgomery, sprach von einem durchsichtigen Versuch, seinen Verband aus den Verhandlungen zu drängen. „Da sieht man doch, was hier für eine mafiöse Beziehung zwischen den Arbeitgebern und der Gewerkschaft (Verdi) besteht, mit der man versucht, die einzige legitimierte Gewerkschaft, nämlich den Marburger Bund, auszubooten“, sagte Montgomery.

„Dieser Tarifabschluss wird von uns nicht akzeptiert werden können. Die Gewerkschaft der Kulissenschieber kann doch nicht für die Schauspieler die Tarife aushandeln.“ Der Marburger Bund werde weiter für einen arztspezitischen Tarifvertrag kämpfen und die Streiks fortsetzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%