Kommunale Krankenhäuser
Ärzte-Tarifverhandlungen werden wieder aufgenommen

Der Tarifkonflikt um die rund 70 000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern ist am Montag in die zweite Streikwoche gegangen. Am Freitag werden allerdings wieder Verhandlungen aufgenommen, teilte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund in Berlin mit.

HB FRANKFURT. „Die meisten Krankenhäuser sind nämlich viel klüger als die Funktionäre der kommunalen Arbeitgeber und machen mit uns Einzelverträge auf dem Niveau des Abschlusses der Uni-Kliniken“, sagte der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank-Ulrich Montgomery, am Montag im Südwestrundfunk. Der Abschluss mit der Stadt Stuttgart nach dem Vorbild der Einigung der Uniklinik-Ärzte habe Pilot-Charakter. Ähnliche Abschlüsse gibt es laut Montgomery inzwischen in Schleswig-Holstein, „viele andere Krankenhäuser wollen ähnliches mit uns machen. Aber damit das klar gesagt ist, wir haben eigentlich kein Interesse an einem Flickenteppich, auf dem sich dann die reichen Krankenhäuser ausruhen und die armen Krankenhäuser werden weiter bestreikt.“

Nach Ansicht des Marburger Bundes kann die Summe aus besseren Arbeitszeiten, Bedingungen und besserem Entgelt von den Kliniken durchaus geleistet werden. Wer gute Ärzte in Deutschland wolle, müsse eine Schippe drauf legen. Allerdings würden viele Krankenhäuser „sehr, sehr schlecht gemanagt“. Es stelle sich die Frage, ob das Management in kommunaler Trägerschaft wirklich die Form der Zukunft sei. Der Marburger Bund habe keine Angst vor Privatisierungen: „Denn mir ist ein gut geführtes privates Krankenhaus immer noch lieber als ein schlecht geführtes kommunales.“

Zu den von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi angekündigten Streiks des Pflegepersonals sagte Montgomery: „Es geht hier um völlig unterschiedliche Streikziele. Wenn das Pflegepersonal darum streikt, dass sie den so genannten TVÖD, den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, bekommen, so wie das in Hamburg geschieht, dann können wir dieses Streikziel nicht teilen. Wenn das Pflegepersonal für Einkommensverbesserungen streikt, so haben wir volles Verständnis.“ Verdi habe in der Vergangenheit wirklich wenig für diese Menschen getan. „Sie hat die Krankenhäuser und die Krankenschwestern vernachlässigt. Deswegen finde ich es richtig, dass die jetzt aufstehen und sagen: Anständige Arbeit braucht anständiges Geld.“

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