Kommunalwahl
Erneut starke CDU bei NRW-Wahl möglich

Viele Rathäuser an Rhein und Ruhr stehen bei der Oberbürgermeisterwahl am 30. August vor einem Generationswechsel. Während die SPD bei den Bewerbern um den Oberbürgermeister-Posten vorne liegt, könnte die CDU laut Umfragen erneut stärkste Partei in den Kommunalparlamenten werden.

HB DÜSSELDORF. Ob Fritz Schramma in Köln, Bärbel Dieckmann in Bonn oder Jürgen Linden in Aachen - zahlreiche langjährige Stadtoberhäupter treten im bevölkerungsreichsten Bundesland nicht mehr an. 15 Jahre prägte die SPD-Politikerin Bärbel Dieckmann die regionale und überregionale Wahrnehmung der ehemaligen Bundesstadt Bonn. Im vergangenen August entschied die 60-Jährige, dass damit nun Schluss sei. Sie sei keinesfalls amtsmüde, erklärte die neue Präsidentin der Welthungerhilfe. Aber Demokratie verleihe Macht auf Zeit und lebe vom Wechsel.

Auch Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden (SPD) tritt nach 20 Dienstjahren nicht mehr an, ebensowenig der langjährige Essener Stadtchef Wolfgang Reiniger (CDU) oder Fritz Schramma, der seit 2000 Oberbürgermeister der Stadt Köln ist. Der CDU-Politiker war im März wegen der wachsenden Kritik an seinen Krisenmanagement nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs überraschend von seiner Kandidatur zurückgetreten.

CDU-Wunschnachfolger Peter Kurth kommt in der Rhein-Metropole laut einer WDR-Umfrage jedoch auf keinen grünen Zweig. Stattdessen könnte den Sozialdemokraten in Köln nach zehn CDU-dominierten Jahren ein fulminantes Comeback gelingen. Der rot-grüne Kandidat Jürgen Roters liegt in den Umfragen mit 56 Prozent klar vor dem ehemaligen Berliner Finanzsenator Kurth, der nur auf 32 Prozent kommt.

Gut sieht es für die Sozialdemokraten auch in Bielefeld oder Dortmund aus. In der Ruhrgebietsstadt hat SPD-Kandidat Ulrich Sierau zehn Prozentpunkte Vorsprung auf Joachim Pohlmann, der als Kandidat für CDU und FDP ins Rennen geht.

Besonders spannend dürfte das Rennen um die Rathäuser, die inzwischen ohne Stichwahl stattfindet, in Aachen werden. Dort liegen CDU- und SPD-Kandidaten laut WDR-Umfrage gleichauf. Auch in Essen, wo die SPD den Posten des Oberbürgermeisters zurückerobern könnte, zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab.

Deutlich punkten kann die CDU dagegen bei der Wahl der Räte: In Bonn, Münster oder Siegen müssten die Christdemokraten zwar Einbußen hinnehmen, blieben aber stärkste Fraktion. Die SPD verfügt nach den Umfragen lediglich in Dortmund über eine Mehrheit im Rat. Einen Einbruch könnten die Sozialdemokraten in Düsseldorf erleben: Hier verlieren sie rund zehn Prozentpunkte.

Ähnlich wie bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren dürften beide Volksparteien aber auch am 30. August weiter an Zuspruch verlieren. Die CDU kam 2004 auf 43,4 Prozent (minus 6,9 Prozentpunkte), die SPD erzielte mit 31,7 Prozent (minus 2,2) in Nordrhein-Westfalen das schlechteste Kommunalwahlergebnis aller Zeiten. Deutlich profitieren könnte beim Urnengang am 30. August dagegen die FDP. Drittstärkste Kraft in den Kommunen blieben Umfragen zufolge aber die Grünen.

Im Wahlkampf-Endspurt setzen CDU und SPD ihre Hoffnung nun vor allem auf die noch unentschlossenen Wähler: „Wir wollen sie nicht der Sofapartei überlassen, sondern bis zum Schluss von unseren Konzepten und Kandidaten überzeugen“, sagt der Generalsekretär der nordrhein-westfälischen SPD, Michael Groschek. Auch sein Kollege von der CDU erklärt, die Umfragen seien ein Ansporn, jetzt mit Volldampf in den Endspurt zu gehen. Jeder Tag müsse vor Ort genutzt werden, erklärt CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst. Noch sei schließlich nichts entschieden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%