Kommunalwahl
Linkspartei zieht in hessische Rathäuser ein

In Hessens Rathäusern zählen nach der Kommunalwahl vom Sonntag tausende Helfer die Stimmzettel aus. Es zeichnet sich jedoch schon jetzt ab, dass die CDU stärkste Kraft ist. Eigentlicher Gewinner ist jedoch die Linkspartei.

HB FRANKFURT. Bis zum Donnerstag wird es nach Schätzungen des Statistischen Landesamtes dauern, bis aus den vorläufigen Ergebnissen vom Sonntagabend ein genaueres Landesergebnis ermittelt ist. Fest dürfte aber stehen: Nach 25 Jahren tauscht die Union mit der SPD Platz eins. Die SPD gab landesweit vor allem an die Linkspartei Stimmen ab, die in vielen Gemeinden über die 5-Prozent-Marke kam. Keine Überraschung gab es bei der Wahl von 26 Bürgermeistern und vier Landräten.

Nach der vorläufigen Auszählung kam die CDU auf 38,8 Prozent und steigerte sich damit um 0,7 Punkte. Die SPD verlor 4,0 Punkte und erreichte bei 34,5 Prozent. Drittstärkste Kraft wurden die leicht verbesserten Grünen mit 9,5 vor der FDP mit 5,6 Prozent. Die Linksparteien erreichten gemeinsam 3,4 Prozent, Freie Wählergemeinschaften steigerten sich von 4,4 auf 4,7 Prozent.

Gewählt wurde in 421 Gemeinden, fünf kreisfreien Städten und 21 Landkreisen. Die Beteiligung sank landesweit auf ein Rekordtief. Nur 45,6 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Bei der letzten Kommunalwahl vor fünf Jahren hatte die Beteiligung noch 52,9 Prozent betragen.

Für das Trendergebnis waren am Sonntagabend wegen des komplizierten Wahlsystems nur die Wahlzettel mit unveränderten Listenkreuzen ausgezählt – das waren knapp 58 Prozent der abgegebenen Zettel. Die Hessen durften bei der Kommunalwahl zum zweiten Mal kumulieren und panaschieren, das heißt Stimmen auf einzelne Kandidaten unterschiedlicher Parteien verteilen. Vor fünf Jahren hatten die kleinen Parteien bei den späteren Auszählungen zugelegt.

In Frankfurt verlor die SPD nach dem Trendergebnis kräftig, die CDU nur leicht. Deutlich zulegen konnte in der größten hessischen Stadt die Linke/WASG. Die Union kann sich als stärkste Partei den Koalitionspartner aussuchen, in Frage kommen die Grünen und die SPD. Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) kündigte Verhandlungen mit den möglichen Partnern an. Bisher regiert im Frankfurter Rathaus Römer ein Viererbündnis aus CDU, SPD, Grünen und FDP.

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