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Kommunalwahl NRW: Monheim, oder: Wo jetzt die Jugend regiert

Daniel Zimmermann war 17 als er mit vier Mitschülern die Jugendpartei Peto gründet. Was als belächeltes Schülerprojekt begann, ist zehn Jahre später eine Erfolgsgeschichte: Am Sonntag haben die Bürger der 43 000-Einwohner-Stadt Monheim die Partei auf Augenhöhe mit der CDU zur stärksten Kraft im Rat und den inzwischen 27-Jährigen zu einem der jüngsten Bürgermeister des Landes gewählt.

Der künftige Bürgermeister von Monheim, Daniel Zimmermann, posiert am Montag nach seinem Wahlsieg in Monheim im Ratssaal vor dem Stadtwappen. Quelle: dpa
Der künftige Bürgermeister von Monheim, Daniel Zimmermann, posiert am Montag nach seinem Wahlsieg in Monheim im Ratssaal vor dem Stadtwappen. Quelle: dpa

MONHEIM/DÜSSELDORF. Sie hatten damals die Wahl: entweder eine Band, eine Theatergruppe oder eine Partei. Da ein Jahr später Kommunalwahlen bevorstanden, entschieden sich die Schüler für die Partei - und fuhren nun die süßen Früchte ihres Engagements ein: Zimmermann holte 30,35 Prozent der Stimmen. Sein stärkster Rivale, Tim Brühland von der CDU, brachte es gerade einmal auf 26,77 Prozent. Gleichzeitig zieht Peto im Monheimer Stadtrat jetzt mit der CDU gleich auf: Sowohl Peto als auch CDU haben von nun an zwölf Sitze im Rat.

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Gewonnen hat Daniel Zimmermann jetzt schon, aber der Amtsantritt des jungen Bürgermeisters ist erst in drei Monaten. Bis sein Vorgänger Thomas Dünchheim (CDU) das Büro räumt, muss sich Zimmermann noch mit dem Rathaus-Vorplatz zufrieden geben. Dort nimmt er am Montag Kamerateams am laufenden Band in Empfang. Um die Telefone im Parteibüro kümmern sich seine Kollegen. Alle sind so beschäftigt, dass die Danke-Aufkleber bis jetzt nur zur Hälfte verteilt werden konnten. Alle wollen vom jungen Bürgermeister wissen, wie er das geschafft hat. In Monheim scheint die Politikverdrossenheit dieser Tage in Vergessenheit geraten zu sein.

Eigentlich war es aber überhaupt nicht so schwer. Das Erfolgsrezept der vor zehn Jahren gegründeten Partei hat weniger mit derPeto-Webseite, dem eigenen Internet-Auftritt oder seinen Seiten bei Studivz, Facebook, Xing und Twitter für junge Leute zu tun. Es gab zwar Gruppen und Profile, aber Peto hat auf die klassischen Wahlkampfmethoden gesetzt: Infostände, Plakate, gezielte Themensetzung und Hüpfburgen. "Die Partei hat einen sehr guten Wahlkampf betrieben und sich in den vergangenen Jahren durch sachbezogene Politik einen Namen gemacht", sagt ein Michael Hohmeier, ein Sprecher der Stadt Monheim.

Zimmermann selbst weiß, dass die Präsenz entscheidend war: "Wir haben fünf Jahre für diesen Wahlkampf gespart und jetzt das ganze Potenzial ausgeschöpft. Unsere Plakate wurden am häufigsten gewechselt. Vier Mal wurden die Briefkästen von allen Monheimern mit unseren Flyern gefüllt", sagt der zukünftige Monheimer Bürgermeister.

Das Parteiprogramm wurde über Jugendthemen hinaus ausgeweitet

Bei der ersten Wahl nach der Gründung 1999 erreichte die Partei 6,1 Prozent der Stimmen. Fünf Jahre später waren es schon 16,6 Prozent. In den ersten Jahren waren es vor allem Erstwähler, Schüler und Studenten, die der Partei ihr Vertrauen geschenkt haben. Immerhin hat der damals 17-jährige Zimmermann die Partei mit vier Schulfreunden gegründet.

Die Unterstützung der jungen Wähler alleine hätte aber für den Sprung Bürgermeister am Sonntag nicht ausgereicht. Aus diesem Grund hat Peto die Arbeitsgemeinschaft "30 plus" ins Leben gerufen. Das Parteiprogramm wurde über Jugendthemen hinaus ausgeweitet: Reaktivierung von Einkaufszentren, Sanierung von Sportstätten und Wiederbelebung des alten Stadtkerns.

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