Kommunen freuen sich über deutlich höheres Aufkommen
Konzerne zahlen wieder mehr Gewerbesteuer

Erstmals seit Ende der neunziger Jahre können viele Städte in diesem Jahr wieder mit steigendem Gewerbesteueraufkommen rechnen. Nach vorläufigen Daten des Deutschen Städtetags ist das Aufkommen im dritten Quartal bundesweit um knapp 5 % gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen.

DÜSSELDORF. Für das Gesamtjahr 2003 rechnet der vom Bundesfinanzministerium eingesetzte Arbeitskreis Steuerschätzung mit einem Zuwachs von 2,4 % auf 24,1 Mrd. Euro. Allen voran werden Großkonzerne für das höhere Steueraufkommen sorgen. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) schätzt, dass der Zuwachs sogar bei mindestens 4 % liegen könnte.

Zu der ergiebigeren Gewerbesteuer tragen nicht nur höhere Gewinne bei. Bei etlichen Unternehmen laufen Verlustvorträge aus, die bislang steuermindernd geltend gemacht wurden. So hat Daimler-Chrysler angekündigt, erstmals nach langer Pause wieder Gewerbesteuer abzuführen – wahrscheinlich einen dreistelligen Millionenbetrag. 1991 zahlte der Konzern zum letzten Mal Gewerbesteuer. Danach konnte er die immensen Verluste durch das Engagement bei dem Elektrokonzern AEG steuerlich nutzen. Die Verlustvorträge in Höhe von ursprünglich mehr als zehn Mrd. DM sind mittlerweile aufgebraucht.

„Das ist die Rettung in letzter Minute“, sagt Sindelfingens Oberbürgermeister Bernd Vöhringer, der mit Stuttgart und Bremen von dem Daimler-Segen profitiert. Die in den guten Zeiten aufgebaute Infrastruktur – 1986 erhielt die Stadt eine Rekordzahlung von 137 Mill. Euro Gewerbesteuer – ließ sich in den vergangenen Jahre kaum finanzieren.

In München kann der BMW-Konzern ebenfalls nicht mehr auf alte Verlustvorträge zurückgreifen. Zusammen mit anderen dort ansässigen Dax-Unternehmen (etwa Allianz, Münchener Rück und Siemens) wird BMW in diesem Jahr 135 Mill. Euro Gewerbesteuer an die bayerische Landeshauptstadt überweisen. Über die genaue Höhe des BMW-Anteils schweigt sich das Unternehmen aus. „An der Gesamtsumme haben wir einen überproportionalen Anteil“, sagte ein Konzernsprecher lediglich.

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