Kommunen
Gemeinden schreiben schwarze Zahlen

Die Gewerbesteuereinnahmen der Städte sind so hoch wie nie. Und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht, denn der Bundesrat will die Städte auch weiterhin von ihren Sozialkosten entlasten und deren Finanzmisere beheben.
  • 7

DüsseldorfSPD und Grüne haben die von der Bundesregierung geplante Einkommensteuersenkung im Vermittlungsausschuss blockiert - Länder und Kommunen hätten kein Geld dafür, den Bürgern heimliche Steuererhöhungen zurückzugeben, so die offizielle Begründung.

Schaut man sich aber die neuen Zahlen zur Finanzlage der Kommunen und Länder an, wird klar, dass dieses Argument nur vorgeschoben ist: In den ersten drei Quartalen betrug das Defizit der Kommunen lediglich 1,4 Milliarden Euro und das der Länder 4,2 Milliarden Euro.

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum schrumpfte das Loch in den Kommunaletats um 3,9 Milliarden und das der Länder um 3,7 Milliarden Euro. Üblicherweise erzielen beide Ebenen im vierten Quartal kräftige Überschüsse. Daher ist davon auszugehen, dass sie dieses Jahr gemeinsam höchstens noch einen Fehlbetrag in niedriger Milliardenhöhe ausweisen dürften. Zum Vergleich: 2011 hatten Länder und Gemeinden zusammen noch 12 Milliarden Euro weniger eingenommen als ausgegeben.

Schätzungen des Bundesfinanzministeriums zeigen, dass spätestens ab 2014 Länder und Gemeinden gemeinsam jährlich Milliardenüberschüsse erzielen dürften. Die Gemeinden profitieren vor allem von rasant steigenden Gewerbesteuereinnahmen. Im dritten Quartal waren es 10,5 Milliarden Euro - gut zwölf Prozent mehr als im Vorjahresquartal - und so viel wie noch nie zuvor in einem Sommerquartal. Das zeigen Berechnungen des Handelsblatts auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts. Und Steuerschätzer sehen kein Ende des Gewerbesteuerbooms.

Seite 1:

Gemeinden schreiben schwarze Zahlen

Seite 2:

Entlastung der Kommunen

Kommentare zu " Kommunen: Gemeinden schreiben schwarze Zahlen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich denke der Autor dieses Artikels sollte zunächst einmal einen Grundkurs in Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre belegen.

    Überschrift: Kommunen schreiben schwarze Zahlen
    Text: ...es ist davon auszugehen, dass die Kommunen höchstens einen Fehlbetrag in niedriger Milliardenhöhe ausweisen werden

    Bei einem Fehlbetrag muss es immer noch heißen rote Zahlen. Was die Zukunft bringt wird sich zeigen. Viele optimistische Prognosen haben sich nicht erfüllt.


  • es wird niemals schwarze Zahlen geben, weil es dann keine Zuschüsse mehr gibt oder Steuern gesenkt werden muessten und davor graut es jedem Politiker noch mehr als Schulden

  • "Merkel schwört Deutsche auf schwere Zeiten ein"
    Das neue Jahr fängt offenbar mit Verdrängung der Probleme an...
    Der Dispo vieler Kommunen ist am Limit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%