Kommunen
Gewerbesteuer steigt und steigt

Die Krise riss bei vielen Kommunen ein großes Loch in den Geldbeutel. Viele Großstädte wollen nun den Einnahme-Einbruch nach der Finanzkrise durch höhere Sätze bei der Gewerbesteuer abmildern. Die Hebesätze steigen stark. Eine Stadt verlangt besonders viel.
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BERLIN. Viele Städte und Gemeinden haben in diesem Jahr die Gewerbesteuer-Sätze kräftig angehoben. Der Durchschnitts-Hebesatz erreichte 2010 daher mit 435 Punkten einen neuen Höchststand. Zu diesem Ergebnis kommen der DIHK und das Institut für Finanzen und Steuern in einer Umfrage unter den Gemeinden ab 50 000 Einwohnern.

Die Gewerbesteuer ist eine Kommunalsteuer, deren Höhe die Gemeinden über den Hebesatz bestimmen. Sie wird hauptsächlich von großen Personengesellschaften und Großkonzernen gezahlt. „Das macht sie anfällig für Konjunkturschwankungen“, heißt es in der Studie. Die Finanzkrise hat so die Einnahmen der Kommunen einmal mehr drastisch einbrechen lassen. Ihr Anteil am gesamten Steueraufkommen lag 2009 bei 6,1 Prozent, nach 7,5 Prozent im Jahr 2007. Dem Einbruch versuchten laut Studie viele Bürgermeister mit höheren Steuersätzen zu begegnen. Vor allem in Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Brandenburg stiegen die Hebesätze. In diesem Jahr haben sich die Einnahmen mit dem Aufschwung wieder erholt.

Den höchsten Gewerbesteuersatz verlangt nach wie vor München mit 490 Prozent. Es folgen nach den Erhöhungen dieses Jahres Essen und Köln. Günstig für die Wirtschaft sind dagegen Düsseldorf, Bremen und Stuttgart. Berlin ist mit nur 410 Prozent bei der Gewerbesteuer derzeit gar die günstigste Großstadt.

123 der 187 Gemeinden mit mehr als 50 000 Einwohnern liegen mit ihrem Hebesatz über 400 Prozent. Bis zu dieser Grenze können Mittelständler die Gewerbesteuer mit der Einkommensteuer verrechnen.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin

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