„Kompetenzteam“ der Union wird am Mittwoch vorgestellt
Merkel präsentiert Wirtschaftsexperten

Die Kanzlerkandidatin der Union, Angela Merkel, wird am Mittwoch bei der Vorstellung des Kompetenzteams auch ihren Finanz- und Wirtschaftsexperten benennen.

BERLIN. Damit versuchte er die Verwirrung zu beenden, die Kauder zuvor selbst durch ein Interview ausgelöst hatte. In dem Zeitungsgespräch hatte Kauder gesagt, Merkel selbst stehe "in erster Linie für die Themen, Wirtschaft, Wachstum und Arbeit". Am Sonntag stellte Kauders Sprecher indes klar: "Es wird ein Experte vorgestellt, der nicht Merkel heißt."

Unklar blieb aber weiter, ob es sich bei dem Experten um einen Politiker oder Wirtschaftsvertreter handelt. Wer dies sein soll, wird von Merkel bisher wie ein Staatsgeheimnis gehütet.

Zu den Personalspekulationen hatten auch Äußerungen von CDU-Spitzenpolitikern geführt, wonach Merkel in der Wirtschaft nicht fündig geworden sei. Nachdem der frühere Siemens-Chef Heinrich von Pierer Merkel einen Korb gegeben hatte, flammte die Debatte parteiintern wieder auf. Auch der Name Ludolf von Wartenberg, BDI-Hauptgeschäftsführer, taucht in den parteiinternen Debatten immer wieder auf.

CSU-Chef Edmund Stoiber bedingt sich weiterhin eine herausgehobene Sonderrolle für das Kompetenzteam aus und bringt Merkel damit weiter in Bedrängnis. Stoiber wird am Mittwoch ohne feste Ressortzuweisung vorgestellt. Durch Stoibers Verhalten, so kritisiert ihn die CDU-Spitze, "verbaue" er Merkel eine konstruktive Aufstellung ihres Teams.

So könnte sie dem von vielen in der CDU geforderten Friedrich Merz als Finanzexperten keine Zusage für einen Ministerposten machen, wenn Stoiber sich weiterhin nicht festlege. Ohne eindeutige Perspektive sei eine Beteiligung von Merz im Kompetenzteam "nicht recht zumutbar". Weite Kreise in der CDU befürworten zwar nach wie vor eine Berufung des früheren Fraktionschefs auf den zentralen Posten des Kompetenzteams. Merz gilt aber als tief zerstritten mit der Kanzlerkandidatin und auch mit CSU-Chef Stoiber.

Stoiber aber blieb auch in seinen jüngsten Gesprächen mit Merkel und der CDU-Spitze unbeeindruckt: Er werde einen Eintritt in ein Kabinett Merkel vom Wahlausgang abhängig machen und sich dann entscheiden, ob er nach Berlin komme und welches Amt er dann anstrebe. Stoiber werden gesteigerte Ambitionen vor allem auf das Amt des Außenministers nachgesagt.

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