Konflikt könnte anstehende Lohnrunde belasten
IG Metall droht mit Ende der Tarif-Öffnung

Zwischen IG Metall und Arbeitgebern ist ein heftiger Streit um ihren Weg zur Flexibilisierung des Flächentarifs entbrannt.

HB BERLIN. IG-Metall-Chef Jürgen Peters drohte dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall gestern damit, aus dem im Februar 2004 in Pforzheim beschlossenen Tarifvertrag über Öffnungsklauseln für die Betriebe auszusteigen. „Wenn der Missbrauch mit den Pforzheimer Bestimmungen weiter getrieben wird, macht dieses Regelwerk für uns keinen Sinn mehr“, warnte er in Mannheim auf einer Strategiekonferenz vor 600 Delegierten.

Mit dem Abschluss von Pforzheim hatten beide Seiten den insgesamt gut 5 000 tarifgebundenen Firmen der Metall- und Elektroindustrie erstmals eine Möglichkeit eröffnet, sich mit ihren Belegschaften abweichend vom Flächentarif auf Lohnkürzungen oder längere Arbeitszeiten zu verständigen. Trotz eines Einspruchsrechts für die Tarifparteien konnten seither gut 280 Betriebe diese Option nutzen. Nach Daten der IG Metall, die anders zählt als Gesamtmetall, sind es sogar rund 470. Die neue Regelung ist vorerst bis zum Jahr 2007 befristet. Falls sie nicht erneuert wird, läuft sie ersatzlos aus.

Peters warf dem Arbeitgeberverband vor, die Unternehmen nicht genügend zu einem zurückhaltenden Umgang mit der neuen Öffnungsmöglichkeit anzuhalten und „Lohndrücker“ frei gewähren zu lassen. Damit entwickle sich Gesamtmetall zunehmend zu einer Kraft, „die die Verbindlichkeit von Flächentarifverträgen in Frage stellt“. Dass Gesamtmetall nun auch Verbände für Firmen ohne Tarifbindung („OT“) organisiere, sei ein weiteres Indiz dafür, dass im Arbeitgeberlager die „Falken“ stärker würden. In der Tat hatte Gesamtmetall im Frühjahr per Satzungsänderung die auf regionaler Ebene bestehenden „OT“-Verbände in seine Struktur integriert.

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