Konfliktfolgen
Zahl der Asylbewerber steigt um zehn Prozent

Die Zahl der Asylbewerber ist im Vergleich zum Vorjahr um über zehn Prozent gestiegen. Die größten Zuwächse gab es bei Pakistanis, Afghanen, Syrern und Iranern. Der Höchststand von 1996 wurde aber nicht erreicht.

WiesbadenDie Konflikte im Nahen und Mittleren Osten lassen die Zahl der Asylbewerber steigen und damit auch die Kosten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erhielten zum Jahresende 2011 knapp 144.000 Menschen „Regelleistungen zur Deckung des täglichen Bedarfs“ nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Damit lag die Zahl der Empfänger um 10,3 Prozent höher als im Vorjahr, wie am Mittwoch bekanntwurde. Dies war der zweite Anstieg in Folge.

Dennoch liegt die Zahl weit unter dem bisherigen Höchststand im Jahr 1996, als fast eine halbe Million Menschen Leistungen erhielten. Den größten Zuwachs gab es bei Leistungsbeziehern aus Pakistan (plus 82 Prozent), gefolgt von Afghanistan (plus 46,5 Prozent), Syrien (plus 23 Prozent) und dem Iran (plus 23 Prozent).

Insgesamt gab Deutschland 2011 rund 908 Millionen Euro für Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz aus, 11,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Im vergangenen Jahr hatten laut Bundesinnenministerium 45 741 Menschen in der Bundesrepublik einen neuen Asylantrag gestellt. Das waren elf Prozent mehr als 2010.

Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz muss der Staat für Unterkunft, Hausrat, Ernährung, Kleidung und Körperpflegebedarf sorgen. Seit 1993 wurden unverändert 224 Euro im Monat gezahlt. Diese Summe erklärte das Bundesverfassungsgericht im Sommer für zu niedrig. Seither gilt eine Übergangsregelung.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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