Konjunktur
Auch die Löhne sollen mitwachsen

SPD-Chef Kurt Beck und Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) haben sich angesichts der verbesserten Konjunktur und gestiegener Unternehmensgewinne für höhere Lohnzuwächse ausgesprochen. Die IG Metall kündigte höhere Lohnforderungen an. Die Chancen stehen gar nicht schlecht.

HB BERLIN. „Es ist Zeit für eine Lohnpolitik, die den Arbeitnehmern angemessene Lohnerhöhungen zubilligt“, sagte Beck der „Bild am Sonntag“. Die Phase, in der Lohnzurückhaltung wegen der wirtschaftlichen Schwäche und der großen internationalen Konkurrenz angezeigt gewesen seien, sei überwunden. Müntefering sagte der „Bild“-Zeitung vom Montag: „Es ist Zeit für Mut, die Spirale nach oben zu drehen.“ Gute Löhne seien auch zum Nutzen der Binnenkonjunktur.

Führende Funktionäre der IG Metall kündigten gut vier Monatevor dem Auslaufen des Tarifvertrages in der Metallindustrie höhere Lohnforderungen für die Tarifrunde 2007 an. Dagegen warnte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, vor überzogenen Tarifabschlüssen. Er signalisierte allerdings, die Mitarbeiter „angemessen am Zuwachs und Erfolg“ zu beteiligen.

Der Bezirksleiter der IG Metall in Baden-Württemberg, Jörg Hofmann, sagte, angesichts von Mehrbelastungen durch gestiegene Sozialversicherungsbeiträge und Steuern müsse die Forderung deutlich höher als in der letzten Tarifrunde. Die lag damals bei fünf Prozent. „Egal wie man rechnet, bei den Beschäftigten bleibt das dumpfe Gefühl übrig, es wird teurer“, begründete er das. Dabei gehe es wirtschaftlich aufwärts. Den Betrieben gehe es gut, sie forderten Mehrarbeit ein. Das wirke auf die „Erwartungshaltung der Beschäftigten nicht gerade dämpfend.“

Die Chefin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, sagte der „Welt am Sonntag“, ihre Tarifkommission halte eine Erhöhung zwischen fünf und sieben Prozent für angemessen. In einer Umfrage habe eine große Zahl von Beschäftigten sogar acht Prozent mehr Lohn gefordert. Ihr nordrhein-westfälischer Kollege Detlef Wenzel sagte, das kommende Tarifergebnis müsse der spürbar besseren wirtschaftlichen Entwicklung entsprechen.

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