Konjunktur-Boom
Deutsches Privatvermögen wächst um 50 Milliarden

Die gute Konjunkturlage füllt die privaten Kassen in Deutschland. Im ersten Quartal des Jahres stieg das Vermögen der deutschen Haushalte verglichen mit 2010 um 50 Milliarden Euro.
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FrankfurtDank wirtschaftlichem Aufschwung und gestiegener Einkommen haben die Deutschen im ersten Quartal ihren Reichtum erheblich vermehrt. Wie die Bundesbank am Freitag in Frankfurt am Main mitteilte, vermehrten die Deutschen ihr Geldvermögen im ersten Vierteljahr 2011 gegenüber dem Vorquartal um knapp 50 Milliarden Euro. Zuwächse gab es demnach vor allem bei den Bankeinlagen, Wertpapieren und Ansprüchen gegenüber Versicherungen. Allein Bankeinlagen einschließlich Bargeld nahmen um knapp acht Milliarden Euro zu.

Wegen der Schuldenkrise legten die Deutschen weniger Geld in Staatsanleihen an - einzige Ausnahme waren Bundesanleihen, die laut Bundesbank weiter als vergleichsweise sichere Anlage angesehen werden. Gleichzeitig kauften die Deutschen auch wieder mehr Aktien - dafür gaben sie zwei Milliarden Euro aus. Dies sei hauptsächlich auf die inländische Konjunkturerholung und das verbesserte Geschäftsklima im ersten Quartal 2011 zurückzuführen, erklärte die Bundesbank.

Aus Investmentfonds wurden hingegen knapp 3,5 Milliarden Euro herausgenommen. Die Verschuldung der privaten Haushalte nahm gleichzeitig geringfügig ab: Für knapp vier Milliarden Euro wurden Kredite getilgt. Insgesamt belief sich der Bestand an Geldvermögen privater Haushalte zum Ende des ersten Quartals auf 4824 Milliarden Euro. Dies war so viel wie noch nie seit der ersten Veröffentlichung dieses Indikators Anfang 1991. Wie sich das Vermögen unter den Bundesbürgern aufteilt, darüber besagen die Zahlen allerdings nichts.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konjunktur-Boom: Deutsches Privatvermögen wächst um 50 Milliarden "

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  • an HsV-HH und Gleichgesinnte!

    Wenn Sie sich schon auf einen Artikel beziehen, dann doch bitte mit allen Zahlen! Auch die FDP, Herr Westerwelle, bediente sich dieser Methotik der unvollständigen Zahlen! Er sprach 2009 davon, dass 50% der deutschen Bevölkerung 94% der Steuerlast tragen.

    Sie haben recht, wenn Sie sagen, die "unteren" 50% erbringen "nur" 6,9% der Einkommenssteuer. ABER Sie haben "vergessen" zu erwähnen, dass die "unteren" 50% auch nur mit 18,7% an dem Gesamteinkommen beteiligt sind!!!

    Weiter muss man berücksichtigen, dass der Anteil der Einkommensteuer an dem Gesamtsteuer seit Jahren sinkt!!!

    Durch die Anhebung der der Mehrwertsteuer hat man parallel die "unteren" 50% prozentual stärker belastet, als die "oberen" 50%.

    Ein weitere wichtiger Punkt ist die Steuerhinterziehung. Währende die "unteren" 50% zum gläsernen Bürger wurden und man die Kontrollen von Hartz IV Beziehern stark erhöht hat, werden die "oberen" 50% immer weniger geprüft!

    Warum auch?!

    "Steuergesetze des Bundes werden im Wesentlichen durch die Länder vollzogen. Den Ländern fehlt jedoch ein ausreichendes Eigeninteresse, die Steuern vollständig und rechtzeitig zu erheben, da sie die Einnahmen zum großen Teil an den Bund abführen müssen. Zudem bewirkt der Ländervollzug, dass Steuergesetze des Bundes gegenüber Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen bundesweit nicht einheitlich angewendet werden."

  • @ Beobachter,

    "ignoriert neben dem Grundgesetz auch die Tatsache, daß man Schulden nicht mit Fabrikhallen zurückzahlen kann..."

    Oh doch, könnte man. Dann nämlich wenn die Fabrikhallen so wie andere Anlagen (und Geschäftsmodelle) an den Börsen völlig überbewertet worden wären. Damit man üppigste Boni, Managergehälter, Dividenden ausschütten kann.

    Wenn nun diese Anlagen zu ihren realen WERTEN zurück fänden ...? Blieben die Gläubigen auf Verlusten sitzen und die Schuldner würden entlastet - oder?

    Und nun soll die Allgemeinheit die Gläubiger retten, die für ihr Risiko entsprechend hohe Renditen eingefordert hatten?

  • @ HsV-HH,

    Der Artikel in der Zeit ist sehr lesenswert. Allerdings in seiner Gesamtheit! Nun gehe ich davon aus, dass die Statistik vom Brutto spricht und der Artikel vom Einkommen aus Arbeit ...

    Da wäre ja wohl erst einmal zu klären, wer wann was unter "hohem Einkommen" durch Arbeit versteht / verstehen will? Und das bei unserem inländischen Euro-Preisgefüge.

    "Die oberen 10% (Jahreseinkommen ab 71,015 Euro)"

    >= 70.000 Euro Jahreseinkommen empfinde ich z. B. für viele verantwortungsvolle Berufe durchaus als angemessen. Warum aber erhalten nur 10% in diesem Land derartige Löhne? An mangelnder Ausbildung und verantwortungsvollen Berufsbildern fehlt es m. M. ja wohl (noch) nicht?

    "tragen die unteren 50% der Einkommen (Jahreseinkommen bis 28,618 Euro) ganze 6.9% zur gesamten Einkommensteuereinkünfte des Staates bei."

    Und das entlarvt etwa nicht die deutschen Minderlöhne? 50% des arbeitenden Volkes KÖNNEN kaum noch Einkommenssteuer beitragen? Außer den üppigen, raffiniert verpackten Verbrauchssteuern (inkl.Mwst.), die auch der H4-ler tagtäglich mittragen muss? 50% in Niedriglöhnen? In einem Staat, der überwiegend von Verbrauchs- und Einkommenssteuern lebt/leben will?

    Ich dachte vielmehr an Geldvermögen. Um die Welt schwadronierendes Geldvermögen, NICHT investiert in Realanlagen (Fabriken, Arbeitsplätze). Geldvermögen, das sich an den Börsen der Welt so rege und inzwischen bedrohlich vermehrt. Längst zu keiner Realwirtschaft, keinem Staatswesen mehr beiträgt. Für das Steuern gemieden werden, das jedwede Steuern flüchten kann und darf. Aber von uns Allen jetzt gerettet werden muss?

    Das so verursacht, dass die ehrlichen, arbeitenden Steuerzahler immer mehr und mehr belastet werden? Zumal, wenn die Anzahl der Arbeitsplätze durch stete Produktivitäts-Steigerungen zwangsläufig immer weiter sinkt. Plus ein Staat den sozialen Frieden nur noch durch Sozialtransfers, - anstatt Einsatz für Arbeitsplätze, von denen Mensch leben kann, - zu sichern gedenkt?

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