Konjunktur
Deutsches Mini-Jobwunder macht Hoffnung

Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute verbreiten in ihrem ihr Herbstgutachten Konjunkturoptimismus. Zwar könnte eine Verschlechterung bei Kreditangeboten zum Hemmnis für den Aufschwung werden, doch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt macht nach Einschätzung der Experten Vieles wett.
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DÜSSELDORF. Es ist eine volkswirtschaftliche Zahl, die immer mehr Arbeitnehmer Monat für Monat zusammenzucken lässt – die Arbeitslosenzahl. Denn längst lässt die Rezession auch gut qualifizierte Arbeitnehmer um ihren Job bangen. Vor allem in der erfolgsverwöhnten Metallindustrie, wo Kurzarbeit derzeit eher die Regel als die Ausnahme ist, bangen viele Unternehmen und mit ihnen die Beschäftigten um die Existenz.

Jetzt geben die führenden deutschen Volkswirte vorsichtig Entwarnung: Die schwere Rezession werde zwar die Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten steigen lassen – doch der noch vor einigen Monaten befürchtete Absturz auf dem Arbeitsmarkt wird ausbleiben, heißt es im Herbstgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute, das dem Handelsblatt vorliegt. Heute übergeben die Volkswirte der fünf Institutskonsortien ihr Gemeinschaftsgutachten Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der die Gemeinschaftsdiagnose in Auftrag gegeben hat.

Die gefürchtete Fünf-Millionen-Grenze sei nicht in Sicht, versprechen die Institute. 2010 werden im Jahresschnitt 4,08 Millionen Menschen arbeitslos sein. Das sind zwar rund 600 000 mehr als noch in diesem Jahr, aber 600 000 weniger als noch vor einem halben Jahr geschätzt.

Der Arbeitsmarkt gilt als eine Schlüsselgröße für die Konjunktur. Drohen Massenentlassungen auf breiter Front, sinkt die Kauflaune der Verbraucher, der Konsum bricht ein, und neue Entlassungen drohen. Zudem beeinflusst die Zahl der Arbeitslosen massiv die Lage der Staatskassen: Weniger Arbeitslose bedeuten nicht nur Minderausgaben für den Staat, sondern führen auch zu höheren Lohnsteuereinnahmen und – über den höheren Konsum – zu höherem Umsatzsteueraufkommen. Allein diese beiden Steuern haben einen Anteil von rund 60 Prozent am Gesamtaufkommen. Dieses Jahr wird die Defizitquote des Staates auf 3,2 und 2010 gar auf 5,2 Prozent steigen.

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