Konjunktur
Ifo-Index verbessert sich

Die Stimmung der deutschen Unternehmen zieht im Juni an. Der Ifo-Index steigt auf den höchsten Stand seit November 2015. Der unerwartete Ausgang des Brexit-Votums dürfte aber die Laune trüben.

BerlinDie Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni unerwartet aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 108,7 Punkte von 107,8 Zählern und damit den zweiten Monat in Folge, wie die Münchner Forscher am Freitag zu ihrer monatlichen Umfrage unter rund 7000 Managern mitteilten. Diese war allerdings abgeschlossen, bevor das Ergebnis des Brexit-Referendums bekannt wurde. Die Briten entschieden in einer Volksabstimmung, dass Großbritannien aus der EU austritt. Dies dürfte auch die deutsche Konjunktur belasten.

„Der Ifo-Index zeigt eine gute Stimmungslage der Unternehmer an“, sagte Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg. „Allerdings dürfte es nicht dabei bleiben, denn mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU beginnt eine längere Phase der Ungewissheit.“ Auch Andreas Scheuerle von der DekaBank betonte: „Ein schöner Wert des Ifo-Geschäftsklimas, doch was ist er wert?“

Die Daten fielen besser aus als erwartet, denn von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem leichten Rückgang auf 107,5 Zähler gerechnet. „Der Aufschwung in Deutschland ist intakt“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Münchner sehen keinen Anlass wegen des Brexits ihre Konjunkturprognose für Deutschland zu ändern, wonach die Wirtschaft 2016 um 1,8 Prozent zulegt, wie Ifo-Experte Klaus Wohlrabe hinzufügte. „Eine Neubewertung der Prognose für 2017 kann man frühestens in zwei bis drei Monaten vornehmen, wenn die nächsten politischen Entscheidungen gefallen sind“, sagte der Fachmann zu Reuters. Für das nächste Jahr peilen die Forscher bisher 1,6 Prozent Wachstum an.

Die Führungskräfte beurteilten im Juni sowohl die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate als auch ihre Lage günstiger als zuletzt. „Jedoch befürchtet etwas mehr als ein Drittel der befragten Industriefirmen Nachteile durch einen Austritt Großbritanniens aus der EU“, sagte Fuest.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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