Konjunktur
Merkel spürt schon das Ende der Krise

Bundeskanzlerin Angela Merkel hofft auf ein baldiges Ende des wirtschaftlichen Abschwungs in Deutschland. Doch aus Expertensicht kann das noch eine Weile dauern. Das meinen nicht nur Vertreter der Wirtschaft. Auch die die Bundesbank spricht eher von einer Zuspitzung der Krise als von Entwarnung.

HB HANNOVER/BERLIN. „Vielleicht ist die Hannover Messe ein kleines Signal, dass wir langsam am Tiefpunkt angekommen sind“, sagte die Kanzlerin am Montag bei ihrem traditionellen Rundgang über die weltgrößte Industriemesse in Hannover. Sie sei sehr erfreut darüber, dass sehr viele Unternehmen trotz Krise die Messe als Chance nutzten und sich dort präsentierten.

Die Beteiligung an der Hannover Messe zeige, dass die Wirtschaft die Krise nicht nur durchleben wolle. „Die Unternehmen wollen gestärkt aus dieser Krise hervorgehen, das ist auch das Klima, das ich hier spüre“, betonte Merkel. Unternehmen aller Größen würden ihre Innovationen den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen entgegenstellen. Gerade Innovationen in Energieeinsparung seien dabei für die Zukunft maßgebend.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht dagegen derzeit noch keine Trendwende der Konjunktur. „Der ökonomische Mainstream prognostiziert einen Rückgang der diesjährigen deutschen Wirtschaftsleistung um vier bis fünf Prozent. Nichts spricht gegenwärtig für eine rasche Erholung - weder in Deutschland noch anderswo“, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel auf der Hannover Messe. Zugleich bekräftigte er: „Wir brauchen kein drittes Konjunkturpaket.“ Es sei nicht Aufgabe des Staates, sich an Industrieunternehmen zu beteiligen, ergänzte Keitel. In der Krise müsse hingegen in Forschung und Entwicklung investiert werden. Dies müsse die Regierung fördern.

Der OECD-Chef Angel Gurria sieht indessen erste Erfolge der milliardenschweren Konjunkturprogramme besonders in China und den USA. Allerdings müssten Regierungen bereit sein, gegebenenfalls die Wirtschaft noch stärker anzukurbeln, sagte der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Rande einer Veranstaltung in Peking. „Angesichts all der Konjunkturpakete in den verschiedenen Ländern, und hoffentlich mit einer besseren Kreditversorgung, könnte 2010 möglicherweise das Jahr werden, in dem das Schrumpfen der Wirtschaftsleistung ein Ende hat.“

Für eine abschließende Bewertung der Konjunkturpakete sei es noch zu früh, betonte Gurria. Bereits jetzt zeige sich aber, dass die Regierung in Peking mit ihrem etwa 450 Mrd. Euro schweren Programm die Wirtschaft belebe. Im ersten Quartal hätten etwa die staatlichen Investitionen und die stärkere Kreditvergabe der Banken in dem asiatischen Land ungefähr die Hälfte dessen ausgeglichen, was durch die geringeren Exporte weggebrochen sei, sagte Gurria. Die Mischung aus höheren Staatsausgaben und der Hilfe für den Bankensektor unterstütze auch die US-Konjunktur. Für 2009 sagte die OECD ein Schrumpfen der Wirtschaft in ihren Mitgliedsländern um 4,3 Prozent voraus.

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