Konjunkturmaßnahmen
Rürup für Konjunkturschecks

Dem Vorsitzenden des Wirtschafts-Sachverständigenrats Bert Rürup geht das in Berlin beschlossene Konjunkturpaket nicht weit genug. Ein Investitionsprogramm sei zwar das "Instrument der ersten Wahl", ein Problem sei aber die fehlende Zeitnähe, sagte er dem Handelsblatt.

FRANKFURT. "Wenn eine schnelle Reaktion erforderlich ist, sollte eine einmalige Steuerscheckaktion in der Größenordnung von 100 bis 150 Euro pro Einwohner vorgeschaltet werden", forderte Rürup.

Rürup geht davon aus, dass die große Koalition zeitnah nachbessern wird: "Die Bundesregierung dürfte Anfang nächsten Jahres nachlegen", erwartet er. Dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) derzeit noch alle Optionen offen halte, könne er nachvollziehen. "Wenn der neue US-Präsident Barack Obama sein Programm vorstellt, wird die Debatte mit Sicherheit bei uns neu entfacht." Aufgrund der hohen außenwirtschaftlichen Verflochtenheit der von Rezessionen betroffenen Staaten sei es klug, wenn auch der Exportweltmeister Deutschland reagieren würde.

Die Flut an schlechten Nachrichten hatte am Freitag die Bundesbank veranlasst, ihre Wachstumsprognose für das kommende Jahr deutlich auf minus 0,8 Prozent zu senken. Rürup ist ähnlich skeptisch: "Aus heutiger Sicht halte ich Prognosen, die für das nächste Jahr einen Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts in der Größenordnung von bis zu ein Prozent erwarten, für realistisch", sagte er dem Handelsblatt.

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