Konjunkturschwäche IWF greift Schäuble für mangelnde Investitionen an

In Washington muss sich die Bundesregierung Kritik an ihrer Investitionsagenda anhören. Der Bundesfinanzminister reagiert und verspricht, wieder mehr investieren zu wollen. Verlässt die Regierung den Konsolidierungskurs?
Update: 10.10.2014 - 16:31 Uhr 26 Kommentare

Neue Schulden für mehr Investitionen? Nein!

WashingtonDie Konjunkturschwäche in Deutschland alarmiert den Internationalen Währungsfonds (IWF). "Wir sind ziemlich besorgt über die Abkühlung in Deutschland", sagte der Europa-Experte des Fonds, Mahmood Pradhan, am Freitag in Washington. Nach dem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal deute einiges auf eine anhaltende Schwäche hin. Die Erholung in der Euro-Zone falle offenbar viel schwächer aus als im Frühjahr erwartet. Der IWF hat seine Prognose für Deutschland jüngst kräftig nach unten revidiert. Er erwartet für dieses Jahr nur noch ein Wachstum von 1,4 Prozent und damit einen halben Prozentpunkt weniger als ursprünglich veranschlagt.

Auch der britische Finanzminister George Osborne stieß ins selbe Horn: Die Wirtschaftsdaten in Deutschland seien die größte Sorge in Europa, betonte der Minister. Als Grund für den schwindenden Optimismus nennen Ökonomen, dass die Nachfrage nur mäßig anziehe. Zudem habe sich die Stimmung der Verbraucher eingetrübt und Firmen zögerten mit Investitionen. Deutschland will angesichts dieser Aussichten mehr investieren und geht damit auch auf Forderungen der internationalen Partner ein. „Jetzt müssen wir wieder stärker das Gewicht auf Investitionen legen“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Donnerstagabend in Washington auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank.

Schäuble verwies dabei auch auf das verschlechterte wirtschaftliche Umfeld. „Wir werden alles, was es an konkreten Investitionsmöglichkeiten gibt, auch finanzieren.“ Mittelfristig müssten die Ausgaben natürlich erhöht werden, was auch bereits getan werde. „Das geht nicht über Nacht“, sagte Schäuble.

Sollte es kurzfristig Bedarf für baureife öffentliche Infrastrukturprojekte geben, werde die Finanzierung sichergestellt. Aber auch private Investitionen müssten angekurbelt werden.

„Konjunkturelle Strohfeuer“ sind wenig hilfreich
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26 Kommentare zu "Konjunkturschwäche: IWF greift Schäuble für mangelnde Investitionen an"

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  • Dem verbitterten SchwarzGeldKofferträger glaube ich nichts mehr.
    Was sucht der mit seinen 76 Jahren noch im Bundestag? Ist daheim im Schwarzwald die Heizung kaputt?

  • Korrektur bzw. Ergänzung:
    Unsere Exportüberschüsse führen zur Verschuldung anderer Volkswirtschaften, denn diese Überschüsse sind die Defizite, d.h. Schulden der anderen (immer gesamtwirtschaftlich betrachtet).

    Die Löhne müssen entlang des jeweils NATIONALEN Produktivitätsfortschrittes PLUS Inflationsziel (EZB-Ziel = 1,9%) steigen. Das ist gerade in DE als stärkste VW in Europa seit der Euroeinführung schief gelaufen. Wir lagen immer darunter und haben über diesen Kostenvorteil unsere Nachbarn in Grund und Boden konkurriert.
    Wenn wir diese unhaltbare und für ALLE schädliche Politik nicht aufgeben, gibt es keine Lösung.
    Wir werden in DE - am Ende der "Nahrungskette" stehend - die Folgen genauso tragen müssen. Auch hier wird diese Politik letzten Endes zu einem Desaster führen - spätestens dann, wenn der Euro abgewickelt wird.
    Und das zeichnet sich immer deutlicher ab, wenn man die Meldungen der letzten Tage zur Kenntnis nimmt!!
    LG

  • Natürlich kann der Bund sparen - aber können alle Sektoren einer Volkswirtschaft sparen? NEIN!
    Der Saldo einer VW ist immer genau NULL!
    Die Situation ist seit Jahren diese (für die gesamte Volkswirtschaft BRD):
    - Die Bürger sparen
    - die Unternehmen sparen per Saldo ebenfalls
    - der Bund spart

    So, wer macht denn jetzt Schulden? Wie kommen die Ersparnisse wieder zurück in den REALwirtschaftlichen Kreislauf?
    Nun, jemand muss die Ersparnisse als Kredit von der Bank nehmen und ... hoffnungsweise bevorzugt investieren!
    So, das vierte Konto einer VW ist das Ausland (ROW = Rest OF World).
    Und siehe da, das Ausland nimmt unsere Ersparnisse und ...?
    KONSUMIERT (jedenfalls einen großen Teil davon)!
    Mit diesen Ersparnissen kaufen die unser Zeug, genau genommen bezahlen diese damit unsere Export-ÜBERSCHÜSSE!!
    Aber alle predigen, unsere Partner in Europa sollen sparen und eben keine neuen Schulden machen, oder? Die sind ja alle mehr oder weniger pleite!
    Also, was tun wir jetzt mit unserer Exportlastigkeit?
    Es gibt keine Lösung, oder?
    Wenn man die Unternehmen so pampert, dass sie nicht wissen wohin mit der Kohle und insbesondere NICHT investieren (was sie ja tun sollten, deshalb die Steuersenkungen für Unternehmen), dann muss man dieses Modell überdenken.
    Fazit:
    Wenn alle sparen führt das zum Zusammenbruch der Volkswirtschaft (so geschehen in den Südstaaten DANK der überaus "erfolgreichen" Troika-Politik).
    Es stellt sich überhaupt nicht die Frage, ob sich jemand verschuldet sondern nur WER und WOFÜR!
    Es sei denn wir sagen, dass keiner mehr sparen soll, dann brauchen wir auch keine Verschuldung mehr - gebt alles sofort und vollständig aus ...
    Nein, in dieser Situation muss der Staat die Ersparnisse aufnehmen und investieren.
    Die "schwäbische Volkswirtschaftsunsinnologie" hat fertig!
    Die andere Möglichkeit ist den Konsum anzuregen - z.B. dadurch, dass man die Löhne endlich wieder an den Produktivitätszuwächsen orientiert, was in DE seit 20 Jahren nicht mehr passiert ist!!
    LG


  • Merkel sieht sich nur als Medium dem relativ egal ist in welche Richtung der Strom in Abhängigkeit von der aktuelle anliegenden Spannung durch sie fliesst. Auch mit Wechselstrom hat sie keine Probleme. Ist halt eine super Leiterin!

  • staat und presse tun imer noch so. als könnten sie durch einen griff in den instrumentenkasten wachstum und vollbeschäfftigung "kreeiren". das geht nur beim Vertrauen in die Rahmenbedingungen. und wer glaubt noch bei der null-Zins Sparer- Enteignungspolitik und Schuldenstaaten- Rettungspolitik der EZB an eine seriöse Wirtschaftspolitik? Der €- Sozialismus glaubt alle Regeln der Marktwirtschaft bestimmen zu können - wir werden sein Scheitern nicht nur erleben sondern auch dafür haften

  • >> Rückt Schäuble von der schwarzen Null ab >>

    Die "Schwarze, führende Null" ist das "Sparschweinchen im Wägelchen" selbst !

    Wie kann man von sich selbst abrücken....

    ach ja, auf die Müllhalde der Geschichte !

    Dorthin ist er wirklich auf dem Guten Weg !

    PS : wie kann so ein Pseudoökonom eine Schwarze Null planen, ohne eine Rezession vor den Nase nicht zu sehen ?

    Ein Betrüger bleibt eben ein Betrüger !

  • Merkel äußert sich nicht öffentlich, sondern spinnt nur im Hintergrund ihre Netze. Rückratlos. Aber so spart sie sich Kritik, schickt ihre "Opferanoden" vor.

  • Schäuble verwies dabei auch auf das verschlechterte wirtschaftliche Umfeld. „Wir werden alles, was es an konkreten Investitionsmöglichkeiten gibt, auch finanzieren.“ Mittelfristig müssten die Ausgaben natürlich erhöht werden, was auch bereits getan werde


    Es geht nicht um die schwarze Null.
    Bundesbankpresident Jens Weidmann kennt die Folgen.

    Primär stellt sich die Frage:

    Wie will Schäuble das finanzieren????

    Natürlich.
    Durch neue Steuererhöhungen!!!

    Schönen Tag noch.

  • Für die Tilgung der Staatsschuld ist jedenfalls kein Geld mehr da, und damit zwangslàufig auch nicht für die Auflösung des Investitionsstaus.

    Bei 2 Billionen Euro Staatsverschuldung ergibt sich für eine Tilgungsdauer von 35 Jahren eine Tilgungsrate von jährlich 57, 2 Milliarden Euro, bei 40 Jahren von 50 Milliarden Euro, bei 100 Jahren 20 Milliarden Euro. Deutschland hatte noch nie einen finanziellen Ùberschuß in dieser Hòhe in der Staatskasse.

    Daneben wird ein ein Investitionsstau von 30- 65 Milliarden Euro jährlich angepriesen, der dringend abgebaut werden muss. Denn dieser Wert gibt nicht nur Auskunft über die aufgelaufenen Arbeiten, er sagt auch etwas über den bereits seit dem Jahr 1998 bestehenden und auch erkannten wirtschaftlichen und staatlichen Zerfall Deutschlands aus.

    Die Reformen der Agenda 2010 durch den Altkanzler Schröder stellten lediglich den Beginn zum Aufbruch in eine Zeit dar, die den wirtschaftlichen und staatlichen Zerfall auflösen sollte. Aufgelöst wurde nur der wirtschaftliche Zerfall, denn diesozialdemokratischen Reformen leiteten den wirtschaftliche Aufschwung ein, den Deutschland so dringend brauchte.

    Der staatliche Zerfall konnte hingegen nicht gestoppt werden. Als die Steuern für die Maßnahme der Auflösung des bestehenden Investiotionsstaus im öffentlichen Bereich angehoben werden sollten, haben die Unternehmer, und hier ganz besonders die Familienunternehmer, jedwede und auch noch so geringe Steueranhebung abgelehnt. Unter politischer Mitwirkung konnte sie ihren politische Willen durchsetzen. Hierdurch verblieb dann auch die Staatsschuld auf hohem Niveau, die bis zur ersten Nachfragedelle bei den Exporten.

    Jetzt ist zwar die Lohn- Preisspirale in ihrer Abwärtsspirale durchbrochen worden, wovon die Unternehmer aufgrund steigender Umsätze mitprofitierten, aber die Steuererhöhungen für weiteres Wirtschaftswachstum konnten nicht durchgesetzt werden.

    Was bleibt ist der öffentliche bzw. staatl. Zerfall und die Schuld der Alten.

  • Als Vorstand eines Unternnehmens wäre Herr Schäuble schon längst gegangen worden (siehe z.B. Herr Koch bei Bilfinger) Aber in der Politik kann man Fehler machen soviel man will, man wird einfach nicht zur Verantwortung gezogen.

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