Konkurrenten reagieren reserviert auf Initiative für einen Aufschub der Preiserhöhungen
Eon steht vor Energiegipfel alleine da

Im Streit um die steigenden Strompreise ist der Energiekonzern Eon mit seinem Vorstoß für einen befristeten Verzicht auf Erhöhungen in der Branche bislang isoliert. RWE und Vattenfall Europe bekräftigten am Donnerstag, an ihren geplanten Preiserhöhungen festhalten zu wollen und lehnten einen Kommentar zum Vorstoß des Konkurrenten ab. Die Energie-Baden Württemberg AG (EnBW) wies den Vorschlag sogar scharf zurück.

dc/juf BERLIN. Die Bundesregierung wollte die Diskussion unter den Konzernen im Vorfeld des geplanten Energiegipfels bei Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) offiziell nicht kommentieren. „Die Vorbereitungen laufen“, sagte Regierungssprecher Bela Anda auf Anfrage. Einen festen Termin für das geplante Treffen mit Spitzenvertretern der Wirtschaft gebe es noch nicht. Innerhalb der Regierung bestehen allerdings offenbar Sorgen, dass ein Gipfel-Kompromiss durch die öffentlichen Auseinandersetzungen um den Eon-Vorstoß erschwert werden könnte.

Am Vortag waren Pläne des Düsseldorfer Konzerns bekannt geworden, die Branche zu einem gemeinsamen Preismoratorium zu bewegen: Die Konzerne sollen vorerst auf Preiserhöhungen verzichten, bis die geplante Regulierungsbehörde für Energie im Frühjahr 2005 ihre Arbeit aufnimmt (Handelsblatt vom 16. 9.). Im Gegenzug sollte die Regierung prüfen, wie sie die Genehmigungsverfahren für den Neubau von Kraftwerken beschleunigen kann. Hintergrund ist scharfe Kritik in Politik und Öffentlichkeit an den Plänen von RWE und Vattenfall, die Preise für Endkunden ebenso anzuheben wie die Entgelte, die sie Konkurrenten für die Nutzung ihrer Netze in Rechnung stellen.

Eon wollte den Vorstoß gestern nicht näher erläutern: „Natürlich denken wir mit Blick auf den angekündigten Energiegipfel darüber nach, wie wir zu einer Versachlichung der überhitzten Diskussion beitragen können“, sagte ein Sprecher. Konkrete Pläne dazu gebe es noch nicht. EnBW erklärte dagegen, die Preisentwicklung sei grundsätzlich eine ökonomische und keine politische Frage. „Preisabsprachen sind durchweg unzulässig – und zwar nach oben wie nach unten.“ Der Vattenfall-Konzern stellte zwar eine „konstruktive Beteiligung“ am Energiegipfel in Aussicht, distanzierte sich aber von der durch Eon ausgelösten Debatte: „Wir sind nicht auf einem öffentlichen Basar“, teilte Vattenfall mit. Der Konzern halte an seinen Preisplänen zum 1. Januar fest, ergänzte eine Sprecherin. Dies will auch RWE. Man werde beim Treffen mit Kanzler Schröder die Gründe für die geplanten Erhöhungen darlegen, sagte eine Sprecherin.

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