Konkurrenz durch Piraten
Grünen-Nachwuchs verlangt provokantere Themen

Die Grünen sinken in den Umfragen, sie drohen von den Piraten als neue Protestpartei abgelöst zu werden. Der Parteinachwuchs schlägt Alarm - und will die Grünen mit provokanten Themen vor der Bedeutungslosigkeit retten.
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BerlinAngesichts des Höhenflugs der Piratenpartei in den Umfragen verlangt der Nachwuchs der Grünen eine stärkere inhaltliche Ausrichtung der Partei. „Die Grünen müssen sich mehr auf inhaltliche Themen konzentrieren als darauf, mit wem sie wann eine Regierungskoalition eingehen könnten“, sagte die Sprecherin der Nachwuchsorganisation, Sina Doughan, der „Financial Times Deutschland“. Es müssten „mutiger Themen besetzt werden, mit denen nicht immer alle zufrieden sind und mit denen man aneckt“. Dazu gehöre auch die Forderung nach Legalisierung von Drogen und mehr Rechten für Asylbewerber.

Doughan hält die Aufmerksamkeit, die die Piraten derzeit erhalten, inhaltlich für wenig gerechtfertigt. Attraktiv seien sie besonders für politikverdrossene Nichtwähler, weil sie eine „coole Kampagne“ führten und weil die Stimmung für sie spreche.

Nach einer repräsentativen Umfrage des INSA-Meinungstrends für die „Bild“-Zeitung (Mittwoch) käme die Piratenpartei derzeit bei einer Bundestagswahl auf neun Prozent der Stimmen. Das ist ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Die Linkspartei legte ebenfalls um einen Punkt auf sieben Prozent zu. Union, SPD und Grüne gaben jeweils einen Punkt ab und kamen auf 35 (Union), 28 (SPD) und 13 Prozent (Grüne). Die FDP blieb mit vier Prozent weiter unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Nach dem am Dienstag veröffentlichten „Wahltrend“ von „Stern“ und RTL liegt die Piratenpartei derzeit mit 13 Prozent sogar um zwei Punkte vor den Grünen, die elf Prozent erreichten.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, reagierte in „Handelsblatt Online“ gelassen auf diese Zahlen. Die Piraten würden vor allem von Nichtwählern, FDP, Linken und SPD Stimmen holen. „Daher muss uns als Grüne das erst einmal nicht beunruhigen.“ Allerdings müssten die Grünen zwei Aspekte ernst nehmen: „Mit einem Einzug der Piraten in Parlamente werden große Koalitionen wahrscheinlicher“, sagte Beck. Zum anderen hätten die Grünen bisher im Parteienspektrum allein für programmatische Innovation gestanden, „wir galten als kulturell unangepasst und etwas frecher“. Sie müssten nun zeigen, dass Lebendigkeit und Konzeptpartei kein Widerspruch sei.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @Sven

    "Volker Beck"

    Also wirklich ... Wenn ich die Leute hier immer über die Grünen schimpfen höre, denke ich immer, eigentlich meinen die den Volker Beck.

    Ich erinnere mich daran, daß er mal einem homophoben Jamaikaner die Einreise verbieten wollte und ich ihn deshalb anschrieb, darauf aufmerksam machte, daß ich das als Grünenwähler seit das geht, überhaupt nicht okay finde, daß er sich jetzt plötzlich geriert, als sei er Mitglied der CDU.

    Seine Antwort war von einer geradezu denil selbstverliebten Hochnäsigkeit und einer Rechthaberei, daß ich das kalte K*tzen bekam. Das muss wohl die "Political Correctness" über die die grünenneurotiker hier immer so jammern.

    Volker Beck ist definitiv in der falschen Partei.

    Ansonsten: danke liebe JungGrüne, daß Ihr die alten Säcke daran erinnert, wofür sie mal standen!

  • Der grüne Nachwuchs hat wohl die Befürchtung nicht mehr an die Futtertröge zu kommen, wenn er mal "erwachsen" ist und die Grünen dann nur noch eine Splitterpartei sind. Diese Befürchtung ist gerechtfertigt.

  • Beck hat sich in dieser Sendung benommen, dass ich derart erschrocken war. Noch primitiver ging es fast nicht

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