Konkurrenz für Ratingagenturen
Kampfansage aus Hessen für Moody's & Co

In die Debatte um die Macht der großen Ratingagenturen Fitch, Moody's und Standard & Poor's kommt Bewegung. Die Gründung einer europäischen Ratingagentur nimmt erste Konturen an – mit einem Vorstoß aus Hessen.
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Frankfurt/DüsseldorfDie Initiative des Beratungsunternehmens Roland Berger zur Gründung einer europäischen Ratingagentur findet Zuspruch im Deutschen Bundestag. "Wenn der Wettbewerb im Ratingmarkt durch Gründung einer neuen, leistungsfähigen Ratingagentur gestärkt wird, haben die Gründer unsere politische Unterstützung", sagte der finanzpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Klaus-Peter Flosbach (CDU), Handelsblatt Online. "Eine Beteiligung des Bundes oder der EU sehe ich allerdings nicht. Das birgt nur Interessenkonflikte.“

Nach der anhaltenden massiven Kritik an den US-amerikanisch dominierten Ratingagenturen hatte sich der Finanzplatz Frankfurt als Alternative ins Spiel gebracht. Wie das Beratungsunternehmen Roland Berger am Freitag mitteilte, gebe es Sondierungsgespräche mit Vertretern der hessischen Landesregierung, von Frankfurt Main Finance e.V. und der Deutschen Börse. Ziel sei, „eine europäische Ratingagentur in Frankfurt am Main zu gründen, zu etablieren und zu entwickeln“. An der Initiative sollten sich Unternehmen und Institutionen aus ganz Europa beteiligen.

Seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise stehen die drei Ratingagenturen Fitch, Moody's und Standard & Poor's immer wieder in der Kritik. Damals hatten sie Finanzprodukten beste Noten gegeben, die sich später als Auslöser der massiven Turbulenzen an den Finanzmärkten herausstellten. Zuletzt wurde ihnen vorgeworfen, die Bonität kriselnder Euro-Länder wie Griechenland trotz milliardenschwerer Hilfspakete auf Ramschstatus abgewertet und damit die Krise weiter verschärft zu haben.

Die neue europäische Wertpapieraufsicht ESMA nimmt eine harte Haltung gegenüber den drei mächtigen US-Ratingagenturen ein. Ihre Zulassung in den USA bedeute nicht, dass sie künftig auch in Europa automatisch weiterarbeiten könnten, sagte ESMA-Chef Steven Maijoor der „Financial Times Deutschland“. Ab Juli wird die Behörde alleiniger Aufseher über Ratingagenturen und übernimmt damit Funktionen, die bisher auf nationaler Ebene angesiedelt waren.

Der Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Bundestagsfinanzausschuss und Vorsitzende der CSU-Mittelstands-Union (MU), Hans Michelbach, unterstützt die Haltung der ESMA und plädiert für eine härtere Gangart gegenüber den drei mächtigen Agenturen. Das bisherige Verhalten der drei Agenturen gegenüber der europäischen Wertpapieraufsicht sei nicht akzeptabel. Sie müssten, wie andere Mitbewerber auch, ausführliche Unterlagen einreichen und sich der europäischen Zulassung stellen. „Dass in den USA die Auflagen für Ratingagenturen noch nicht genau geregelt sind, kann nicht als Entschuldigung herhalten“, sagte Michelbach Handelsblatt Online. „Den großen Drei muss klar sein: Wenn sie die Bedingungen für eine Zulassung in der EU nicht rechtzeitig erfüllen, sind sie aus dem Spiel.“ Die Debatte zeige auch, wie wichtig zusätzliche „potente europäische Konkurrenz“ in diesem Bereich ist.

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CSU warnt vor Wirtschaftskrieg gegen den Euro

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  • Fragt euch mal, was die Firma Roland Berger wirklich beabsichtigt mit ihrem Vorschlag.Richtig, die Politik gibt
    und(Berger) den Auftrag und die finanzielle Unterstützung
    ein eigene europäisches Rating einzurichten.Tolles Geschäft für Berger.Und als Gefälligkeit an die Politik für
    neue europäische Kredite, Gefälligkeits - Ratings ohne Kritik.

  • "Zuletzt wurde ihnen (d.h. den 3 Ratingagenturen Fitch, Moody's und Standard & Poor's) vorgeworfen, die Bonität kriselnder Euro-Länder wie Griechenland trotz milliardenschwerer Hilfspakete auf Ramschstatus abgewertet und damit die Krise weiter verschärft zu haben."

    Der "Ramschstatus" hat doch gestimmt und stimmt weiter- was will eine geplante hessische
    Ratingagentur da wohl besser machen wollen? Aber sei's drum - ein Rating mehr kann nicht schaden.
    Aber deshalb wird die Griechenlandkrise nicht gelöst - nur weil man bessere Ratings einer europäischen Agentur "erwartet", um sie dann " schwarz auf weiß" vorlegen zu können?

    Des Pudels Kern liegt tiefer begründet - in der Finanzstruktur der Euroländer - , letztere benötigen dringend eine Reform und können nicht durch "unzählige" Ratings gerettet werden.

    Europroblemländer müssen ( zumindest) zeitweise heraugenommen werden können- nur Forderung über " vollmundige aber leere" Verpflichtungen zur Sparsamkeitsausübung usw. sind doch reine Illusionen und lassen noch keinen "harten" Cent aus dem "Himmel" regnen.

  • Absolut lächerlich eine Ratingagentur zu gründen, wo schon im Vorfeld klar ist, dass sie Gefälligkeitsratings vergeben wird.

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