Konkurrenz für Trittin
„Künast wird sich an die Spitze zurückbeißen“

In Berlin ist Renate Künast an ihren Ansprüchen gescheitert. Doch am Ende ist die Spitzenpolitikerin der Grünen noch lange nicht. Künast hat ein Jahr Zeit, um sich zurückzubeißen - und gegen Trittin zu punkten.
  • 4

BerlinDie Berlin-Wahl ist noch keinen Tag vorbei, da schaltet Renate Künast schon wieder um auf Bundespolitik, richtet den Blick auf die Bundestagswahl 2013. "Wir wollen die Stimmen liefern, damit schwarz-gelb abgelöst werden kann", sagt sie in Berlin. Das magere Ergebnis in der Hauptstadt soll nur eine Etappe sein, auf dem Weg zurück an die Macht im Bund. Ich lasse mich nicht beiseite schieben, ist Künasts Botschaft an diesem Montag morgen.

Eigentlich wollte Renate Künast Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden - und ist krachend an der selbst gelegten Latte gescheitert. Am Ende legten die Grünen zwar zu, holten aber lediglich 17,6 Prozent. In den Berliner Umfragen war die Partei monatelang bei mehr als 25 Prozent gelegen, teilweise sogar vor der SPD. Auch im Vergleich zu anderen Landtagswahlen schnitt die bundesweit beliebteste Politikerin der Grünen - das ist Künast seit Jahren - schlecht ab:

In Baden-Württemberg holte Winfried Kretschmann gut 24 Prozent und auch die Bremer Grünen kamen auf mehr als 22 Prozent. Damit nicht genug: Künast schaffte es auch nicht, die CDU zu überrunden und so Chefin einer grün-schwarzen Regierung zu werden.

Ist damit die grüne Spitzenpolitikerin Renate Künast aus dem Ruhrpott politisch am Ende? Steigt Jürgen Trittin  zum alleinigen starken Mann der Grünen auf - samt potenzieller Kanzlerkandidatur bei entsprechender Erholung der Umfragen bis 2013?

Das scheint zumindest Stand heute reichlich unwahrscheinlich. Natürlich ist Künast mit diesem Ergebnis geschwächt - auch wenn das derzeit kein Parteifreund laut sagen würde. Doch die frühere Verbraucherschutzministerin wird sich nun nach den Koalitionsverhandlungen in der Hauptstadt wieder voll ihrem Amt als Fraktionschefin an der Seite Trittins im Bundestag widmen - gleichgültig ob ihre Partei in Berlin mit Wowereit regieren wird oder nicht. Die Übernahme eines Senatorinnen-Posten hatte sie ausgeschlossen.

Die Fraktion hatte eigens für diesen Fall die Wahl der Fraktionsspitze zur Legislaturmitte einen Monat verschoben. An der Bestätigung von Künast und Trittin zweifelt niemand, Konkurrenten sind nicht in Sicht.

Dann hat die Arbeitertochter Künast  - "ich habe immer kämpfen müssen" - ein gutes Jahr Zeit, aus der formellen Führungsrolle heraus ihr altes standing wieder aufzubauen, als Bundespolitikerin zu punkten, bevor Ende 2012 die Weichen für den Wahlkampf im Bund gestellt werden.  "Sie wird die Zeit nutzen, um sich an die Spitze zurückzubeißen", sagt ein führendes Mitglied der Fraktion voraus.

Seite 1:

„Künast wird sich an die Spitze zurückbeißen“

Seite 2:

Der große Wunsch nach einer Doppelspitze

Kommentare zu " Konkurrenz für Trittin: „Künast wird sich an die Spitze zurückbeißen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Grünen-Rote Wölfe im grünen Schafspelz.
    Frau Künast ist für mich eine wirkliche Zumutung. Wie eine donnernde und Gift versprühende Kampfmaschine steht sie am Rednerpult. Roth und Künast sind für mich die unfraulichsten Frauen, die ich mir vorstellen kann. Schauderhaft. Manchmal denke ich mir, sind Künast, Roth, Trittin, Ströbele und Özdemir die Rache Joschka Fischers an den Grünen? Ideologische Motive haben die Grünen, keine ökologischen ... wie sie scheinheilig vorgeben. Jagd Frau Künast und die Grünen auf den politischen Müllhaufen.

  • Frau Künast hat das Charisma eines verrückten Huhnes und leider offensichtlich auch mit wenig IQ versorgt, sonst würde sie realisieren, dass ihr Zug längst abgefahren ist.

    Aber sie ist in guter Gesellschaft, Frau Roth kapiert es auch nicht.

  • Künast zeigt gerade, wie wenig sie sich für das Abgeordnetenhaus in Berlin schert, sonst würde sie jetzt Landespolitik machen und nciht sofort wieder Bundespolitik.

    Jetzt von einem "mageren Ergebnis" zu sprechen, zeugt mal wieder vom grünen Größenwahn. Aber was soll man machen, wenn man sich "Bundeskanzlerin" zutraut, dann muss man auch verlieren können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%