Konsortium will weiter arbeiten: Toll Collect: Technik-Probleme gelöst

Konsortium will weiter arbeiten
Toll Collect: Technik-Probleme gelöst

Das Konsortium Toll Collect hat nach eigenen Angaben die technischen Probleme bei der Maut-Erfassung im Griff. Aber auch in die Haftungsfrage kommt Bewegung: In den nächsten Tagen will das Unternehmen dem Verkehrsminister offenbar ein deutlich nachgebessertes Angebot machen.

HB BERLIN. Wenige Tage nach der Kündigung des Maut-Unternehmens Toll Collect durch den Bund sind die technischen Schwierigkeiten des Maut-Erfassungssystems ausgeräumt. Das berichtet die «Berliner Zeitung» unter Berufung auf einen Sprecher des Konsortiums. Das System sei «in seiner Gesamtheit entwickelt», sagte ein Sprecher dem Blatt. Und mit den derzeit laufenden Tests sei man «sehr zufrieden».

Es habe einen ersten Versuch mit 600 Lkw-Bordgeräten gegeben, bestätigte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), Karlheinz Schmidt, der Zeitung. Diese hätten «einwandfrei» funktioniert. Dennoch sehen die Spediteure keinen Grund für Optimismus: «Wenn das System mit 600 On-Board-Units läuft, heißt das noch nicht, dass es auch mit 6 000 Lkw-Bordgeräten funktioniert», so Schmidt.

Das Konsortium aus den Konzernen Deutsche Telekom, DaimlerChrysler und dem französischen Autobahnbetreiber Cofiroute gibt sich dagegen zuversichtlich: «Wir fühlen uns verpflichtet, weiterhin so zu arbeiten, dass die Maut Anfang 2005 in einer ersten Stufe starten kann», sagte ein Unternehmens-Sprecher der «Berliner Zeitung». Das von Deutscher Telekom und DaimlerChrysler geführte Konsortium sei noch im Boot. Grund der Kündigung seien nicht die technischen Probleme, sondern Haftungsfragen gewesen.

Wie die «Welt am Sonntag» indes berichtet, will Toll Collect Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) in den nächsten Tagen ein deutlich nachgebessertes Angebot machen. Nach Informationen aus DaimlerChrysler-Kreisen denke man jetzt an eine Haftungsobergrenze von bis zu 1,1 Milliarden Euro jährlich, berichtet das Blatt. Eine Ausstiegsklausel soll den Angaben zufolge wegfallen oder allenfalls eine wesentlich spätere Trennung ermöglichen.

Die Bewegungen bei Toll Collect sind im Verkehrsministerium zurückhaltend aufgenommen worden. Ein Sprecher verlangte eine schriftliche Stellungnahme des Konsortiums. «Das Ganze muss ja auch juristisch-formal zu prüfen sein», sagte er am Samstag in Berlin.

Das Bundesverkehrministerium hatte den Betreibervertrag nach monatelangen Verhandlungen vorigen Dienstag mit zweimonatiger Frist unter anderem deshalb kündigen lassen, weil die vom Konsortium bei der letzten Verhandlungsrunde auf rund 800 Millionen Euro angehobene Haftungsobergrenze für Mautausfälle nicht ausreichte.

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