Konsum
Kaufkraft der Deutschen ist deutlich gestiegen

Die Kaufkraft der Deutschen ist in 20 Jahren um 9 Prozent gestiegen - für einen modernen Fernseher zum Beispiel müssen sie heute statt 78 nur noch 28 Stunden arbeiten. Dienstleistungen sind jedoch teurer geworden.
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BerlinDie Deutschen müssen für ein Paket Butter heute deutlich weniger arbeiten als noch vor rund 20 Jahren. Im vorigen Jahr waren es nur vier Minuten, 1991 noch sechs Minuten, wie am Mittwoch aus einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zur Kaufkraft hervorgeht. Dank steigender Einkommen und des technischen Fortschritts können sich die Deutschen mit ihrem Nettoverdienst demnach durchschnittlich neun Prozent mehr Güter leisten als damals. Wegen der jüngsten Tarifabschlüsse dürfte sich laut IW der Trend fortsetzen.

Allerdings entwickelte sich die Kaufkraft je nach Produkt unterschiedlich. Viele Lebensmittel sind günstiger geworden - etwa Milch, Eier und Schweinekotelett. Wer aber Kabeljau mag, muss für ein Kilogramm heute im Schnitt zehn Minuten länger arbeiten als 1991. Denn die geschrumpften Bestände haben die Fischpreise nach oben getrieben. Für eine Flasche Bier muss man hingegen heute wie damals rund drei Minuten arbeiten.

"Teurer geworden sind manche Dienstleistungen wie der Friseurbesuch - nicht zuletzt deshalb, weil bei handwerklichen Leistungen meist kaum Produktivitätssteigerungen möglich sind", erklärte das arbeitgebernahe IW. Über ein großes Kaufkraftplus können sich Fans von Unterhaltungselektronik freuen. Heute muss man für einen Flachbildfernseher rund 28 Stunden arbeiten - Anfang der 1990er Jahre war ein Röhrengerät erst nach fast 78 Stunden verdient.

Die Forscher räumen aber ein, dass ein langfristiger Kaufkraftvergleich bei Fernsehern, Computern und Handys schwierig ist, da die aktuellen technischen Geräte kaum noch mit denen von damals zu vergleichen sind. Klar sei aber: "Für ein Smartphone der Einsteigerklasse muss ein Arbeitnehmer heute im Schnitt knapp 10 Stunden schuften." Hätte man ein solches Gerät bereits Mitte der 1990er Jahre herstellen können, wäre dafür der Verdienst von etwa 100 Stunden nötig gewesen, hieß es.

Die IW-Analyse basiert auf einem durchschnittlichen Nettoentgelt von 10,31 Euro je Arbeitsstunde im Jahr 1991. Für 2012 schätzen die Forscher den Verdienst auf 15,89 Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konsum: Kaufkraft der Deutschen ist deutlich gestiegen"

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  • Also ich weiß nicht, wo diese angeblichen Preissenkungen herkommen.
    Zum Beispiel sind in meinem Supermarkt in den letzten 6 Monaten die Milch um 30% und das Kilo Äpfel um 25% teurer geworden.
    Geht's noch? Und dann werden hier solche dreisten Lügen verbreitet?

  • Wow, ganze 9 Prozent in _20_ Jahren. Zu den Wirtschaftswunderzeiten im Nachkriegsdeutschland gab es das teilweise in _einem_ Jahr.

    Und ehrlich, 0,5% pro Jahr mehr ist nicht viel. Das ist nahezu Stagnation. Rechnet man dann noch die Inflation dagegen, sehen wir, dass es real sogar weniger geworden ist.

    Alles in allem ein Armutszeugnis, dass solche Propanda überhaupt verbreitet wird, denn letztlich fangen die billigen Produktionen aus China, Indien, etc. den Kaufkraftverlust seit 20 Jahren einigermaßen auf.

  • Wow, Orwell hätte seine helle Freude und Adam Riese würde nur den Kopf schütteln, genialer Aufwärtstrend a la 1984 Wahrheitsministerium. Eigentlich reine Propagandalüge, hat das Handelsblatt es wirklich nötig so etwas zu verbreiten? Da war ja der schwarze Kanal die reinste Realitätsbeschreibung. Ich staune über diesen "Qualitätsjournalismus"

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