Kontrollgremium trifft sich: BND-Sondersitzung soll Licht ins Dunkel bringen

Kontrollgremium trifft sich
BND-Sondersitzung soll Licht ins Dunkel bringen

Das Parlamentarische Kontrollgremium will sich am kommenden Montag in einer Sondersitzung mit den neuen Vorwürfen gegen den Bundesnachrichtendienst im Irak-Krieg befassen. Das bestätigte der stellvertretende Vorsitzende des Gremiums, Max Stadler (FDP), am Dienstag. Die "New York Times" wehrt sich indes energisch gegen die Falschmeldungsvorwürfe der deutschen Regierung.

HB BERLIN. Thema der Sitzung wird der Bericht der „New York Times“ sein, in dem über die Weitergabe eines Verteidigungsplans für die irakische Hauptstadt Bagdad durch BND-Mitarbeiter berichtet wurde. Bundesregierung und Bundesnachrichtendienst (BND) hatten den Zeitungsbericht zurückgewiesen. Auch das US-Verteidigungsministerium hat nach eigenen Angaben derzeit keine Belege für die Stichhaltigkeit des Berichts der Zeitung.

„Wir wissen nicht, über was er (der Autor des Zeitungsbeitrags) spricht“, sagte Militärsprecher Leutnant Jim Krohne. Die in der Zeitung zitierte Studie sei als geheim eingestuft. Krohne ist Sprecher des US-Militärkommandos, von dem die Studie stammen soll. Die Angaben über die Zusammenarbeit deutscher und amerikanischer Geheimdienste vor dem Irakkrieg würden derzeit von seiner Abteilung geprüft.

Nach dem Bericht haben die USA einen Monat vor Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 aus deutschen Quellen eine Kopie der Verteidigungspläne für Bagdad erhalten. Dem Blatt zufolge haben sich zwei BND-Mitarbeiter das Material nach einem Treffen von Saddam Hussein mit seinen Befehlshabern beschafft. Die Skizze habe dem US-Militär bei der Einschätzung geholfen, wann und wo der damalige Diktator besonders loyale Soldaten in Stellung bringen wolle, hieß es in dem Bericht.

Die "New York Times" bleibt trotz der wiederholten Dementis bei ihrer Darstellung. Auf ihrer Website und auf einer Pressekonferenz verteidigte Chferedakteur Bill Keller den Autor. Die "New York Times" wehre sich gegen die von der deutschen Bundesregierung erhobenen Vorwürfe, die Recherchen seien falsch. An dem Bericht über die deutsche Hilfe für die USA lasse der Report keine Zweifel.

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