Kontroverse
Kurt Becks Thesen zum "Unterschichten-Problem"

Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck lieferte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vom 8. Oktober den Anstoß für die jetzt entbrannte Debatte über eine neue Unterschicht in Deutschland. Eine Dokumentation der entsprechenden Äußerungen.

HB BERLIN. Beck: „(...) Deutschland hat hier ein zunehmendes Problem. Manche nennen es „Unterschichten-Problem“. Die Gesellschaft hat an Durchlässigkeit verloren. Das ist eine Entwicklung, die wir dringend ändern müssen.

Es gibt viel zu viele Menschen in Deutschland, die keinerlei Hoffnung mehr haben, den Aufstieg zu schaffen. Sie finden sich mit ihrer Situation ab. Sie haben sich materiell oft arrangiert und ebenso auch kulturell.

Es gibt Fernsehsender, bei denen regelrecht von Unterschichten-Programmen gesprochen wird. Früher gab es in armen Familien, auch in meiner eigenen, das Streben der Eltern: Meine Kinder sollen es einmal besser haben. Es besteht die Gefahr, dass dieses Streben in Teilen der Gesellschaft verloren geht. Das ist Besorgnis erregend.“

Umfrage: Wie kann man das "Unterschichten-Problem" lösen?

Frage: Was kann die Politik tun? Beck: „Wir können und wollen die Eltern nie ersetzen. Aber der Staat muss unterstützend eingreifen, fördern und fordern. Für den Teil der Gesellschaft, der uns zu entgleiten droht, ist der vorsorgende Sozialstaat gefragt, den meine SPD will.

In Kinderbetreuungseinrichtungen muss die Sprachfähigkeit und der Leistungswille gefördert werden, damit Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern die Chance, aber auch den Ehrgeiz haben, aufzusteigen. Ohne Leistungswillen kann keine Gesellschaft auf Dauer bestehen. Leistung muss sich lohnen, für jeden in Deutschland.“

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