Konvertitendebatte
BR entschuldigt sich für falsches Bosbach-Zitat

Für seine Forderung nach einem Konvertiten-Register hatte Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach viel Schelte einstecken müssen. Dumm nur, dass Bosbach eine solche Forderung gar nicht erhoben hatte, der Bayerische Rundfunk (BR) dies aber in einer Pressemitteilung behauptet hatte. Nun hat sich der Sender entschuldigt.

HB MÜNCHEN. Der BR gab am Donnerstag zu, dass eine Äußerung des CDU-Politikers in der Fernseh-Talkshow „Münchner Runde“ in einer Pressemitteilung falsch wiedergegeben wurde. Die Meldung wurde von vielen anderen Medien aufgegriffen, bis Bosbach dementierte.

Nach Angaben des Senders wurde der Fehler am Dienstagabend von einem Redaktionsbüro gemacht, das im Auftrag des BR arbeitet. Dazu erklärte der verantwortliche Redakteur der „Münchner Runde“, Jürgen Schleifer: „Dieser Fehler hätte nie passieren dürfen!“ Leider sei „in der Hektik“ versäumt worden, die Pressemitteilung von der Redaktion abnehmen zu lassen. Die Zusammenarbeit mit dem Redaktionsbüro hat der BR inzwischen beendet.

Bosbach selbst stellte am Donnerstag nochmals klar, dass er nur für die Beobachtung von Religionswechslern ist, die nach dem Übertritt zum Islam radikal werden. „Es geht nicht um die Konvertiten als Gruppe, sondern es geht um die politisch-religiös Radikalisierten“, sagte der CDU-Politiker im RBB-Sender „Radiomultikulti“.

Nach der Talkshow war Bosbach vom BR mit den Worten zitiert worden: „Ein Konvertiten-Register ist sinnvoll, denn wir wissen, dass sich einige nach dem Übertritt radikalisieren lassen. Das ist kein Generalverdacht, sondern eine Gefahrenabwehr.“ Laut Mitschrift sagte er jedoch: „Es treten zum Beispiel viele über, weil sie einen Ehegatten muslimischen Glaubens geheiratet haben und man will jetzt eine gemeinsame Konfession haben. Wir wissen von einigen, nicht einmal von allen, vielleicht nicht einmal von der Mehrzahl, dass sie danach bewusst Kontakt suchen zur radikalen, auch gewaltbereiten Islamisten-Szene und sich dort radikalisieren lassen. Dann würden wir gerne wissen, wer das ist. (...) Das hat nichts mit einem Generalverdacht zu tun, sondern mit Gefahrenabwehr.“

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