Kooperation mit Konservativen
CDU empört über Parlaments-Coup der AfD

Im Europaparlament verbünden sich die britischen Tories mit der AfD. In der CDU reagiert man mächtig verschnupft. Für Grüne und FDP ist es eine Steilvorlage. Sie fordern von Merkel Klarheit im Umgang mit der AfD.
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BerlinDie Aufnahme der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) in die Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten (ECR) hat die Debatte über den Umgang der CDU mit der AfD neu entfacht. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sprach von einer „herben Niederlage“ für Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Sie konnte nicht verhindern, dass die AfD Teil der Europäischen Konservativen wird, mit denen Merkels Union im Europaparlament regelmäßig kooperiert“, sagte Göring-Eckardt. „Wer in Brüssel Hand in Hand mit der AfD geht, kann in Deutschland nicht glaubwürdig behaupten, eine Koalition mit der AfD auszuschließen.“

Die FDP sieht große Probleme auf die CDU zukommen. Die Aufnahme der AfD in das konservative Lager sei konsequent, denn dort gehöre sie als „rechtspopulistisch-reaktionäre Partei“ auch hin. „Die Entscheidung zeigt, die AfD ist Fleisch vom Fleische des rechten Flügels der Union“, sagte FDP-Präsidiumsmitglied Volker Wissing Handelsblatt Online.

Die CDU-Bundesvorsitzende Merkel müsse sich daher fragen, „ob sie die Konservativen in der CDU weiter demütigen und in die AfD drängen oder ob die CDU diesen auch in Zukunft eine Heimat bieten will“, sagte Wissing weiter und fügte hinzu: „Die CDU steht vor einer Zerreißprobe.“

Die Union kritisierte die geplante Zusammenarbeit der britischen Konservativen mit der AfD im EU-Parlament scharf. Dass die maßgeblich von der britischen Regierungspartei geprägte ECR-Fraktion die sieben Europaabgeordneten der AfD aufnehme, sei „ein Affront“, sagte Herbert Reul, der Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament, der Nachrichtenagentur AFP. „Die ECR begibt sich damit in populistisches, anti-europäisches Fahrwasser.“

Kommentare zu " Kooperation mit Konservativen: CDU empört über Parlaments-Coup der AfD"

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  • Die CDU jammerst? Na sowas.
    IM Erika hat doch aus der CDU längst eine 2. SED gemacht, da muss sich doch die CDU nicht wundern, dass die einstigen konservativen ihrer Partei gehen

  • mehrdemokratie
    Ein Superbeitrag.
    Volle Zustimmung

  • Vollkommen richtig; Hochmut kommt vor dem Fall.

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