Korea-Konflikt
Südkorea probt für den Krieg mit dem Norden

Der Konflikt in Korea verschärft sich weiter. Nordkorea hat die Telefonleitung zum Süden gekappt und spricht von der „Zeit der Entscheidungsschlacht.“ USA und Südkorea riskieren unterdessen mit ihrem Manöver einen Krieg.
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Nach dem Beginn amerikanisch-südkoreanischer Militärübungen hat Nordkorea wie zuvor angedroht eine wichtige Kommunikationsleitung mit Südkorea an der Grenze unterbrochen. Nordkorea hebe das Telefon auf seiner Seite des Grenzorts Panmunjom nicht mehr ab, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul am Montag. Über diese „Rote-Kreuz-Leitung“ würden werktags normalerweise zwei Anrufe zwischen beiden Seiten erfolgen.

Trotz der jüngsten militärischen Drohungen Nordkoreas starteten die südkoreanischen Streitkräfte mit US-Einheiten wie geplant ihre jährliche Übung zur Kommandoschulung („Key Resolve“). Seit Anfang März finden bereits ihre mehrwöchigen Frühjahrsfeldübungen in Südkorea statt.

Das Großmanöver beruht größtenteils auf Computersimulationen und probt den Kriegsfall zwischen Nord- und Südkorea. An der Militärübung sind 10.000 südkoreanische und 3500 US-Soldaten beteiligt. Die USA haben im Süden der koreanischen Halbinsel 28.500 Soldaten stationiert. Nordkorea unterstellt den USA, mit den Übungen einen Nuklearkrieg anzetteln zu wollen.

Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums will Nordkorea diese Woche ebenfalls eine landesweite groß angelegte Militärübung vornehmen, an der das Heer, die Marine und die Luftwaffe beteiligt sind. Allerdings gebe es keine militärischen Aktionen, die man für verdächtig halte, erklärte das südkoreanische Verteidigungsministerium.

Experten zufolge bergen die parallel stattfindenden Manöver die Gefahr militärischer Auseinandersetzungen an der innerkoreanischen Land- und Seegrenze. "Es ist nicht völlig auszuschließen, dass noch irgendeine Art von Aggression folgt", sagte die Asien-Expertin Alexandra Sakaki von der Stiftung Wissenschaft und Politik vergangene Woche im Gespräch mit Handelsblatt Online. Es habe auch in den vorherigen Jahren durchaus militärische Zwischenfälle zwischen Nord- und Südkorea gegeben – wie das Versenken des südkoreanischen Schiffes Cheonan im Jahre 2010.

Nordkorea hatte zuletzt fast täglich vor einem Krieg gewarnt. Das Regime fühlt sich nach Berichten der Staatsmedien ab sofort nicht mehr an das seit 60 Jahren gültige Waffenstillstandsabkommen auf der koreanischen Halbinsel gebunden. Die Zeit der Entscheidungsschlacht sei gekommen, hieß es am Montag in einem Artikel der offiziellen Zeitung „Rodong Sinmun“. Das Abkommen sei „von heute an“ vollständig ungültig.

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Südkorea probt für den Krieg mit dem Norden

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Nordkorea kündigt 60 Jahre altes Waffenstillstandsabkommen

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  • Im Text wird eine deutsche Expertin zitiert mit "Es habe auch in den vorherigen Jahren durchaus militärische Zwischenfälle zwischen Nord- und Südkorea gegeben - wie das Versenken des südkoreanischen Schiffes Cheonan im Jahre 2010." Es ist kein guter Journalismus, wenn dieses Ereignis durch eine solche unklare Formulierung den Nordkoreanern in die Schuhe geschoben wird. Das war zwar die Interpretation interessierter Kreise (Pentagon, CIA, MB Lee Administration), wird aber von allen unabhängigen Experten und von der Mehrheit der Südkoreaner verhement bestritten. Und die, die sich eigentlich stolz damit hätten brüsten müssen, haben es ebenso bestrichten: die Nordkoreaner selbst. Man sollte die auffallend vielen Manöver, UN-Resolutionen, die die USA seit Monaten gegen Nordkorea vorantreiben, mal aus Sicht der Eigeninteressen betrachten: Park GeunHee hat mit dem Versprechen einer Rückkehr zur Entspannungspolitik inkl. Einfrieren des Militärhaushalts die Wahlen gewonnen. Und der dicke Diktator hat sogar noch mit einer versöhnlichen Neujahrsansprache darauf reagiert. Bei diesem drohenden Desaster für die US-Rüstungsindustrie bleibt der US-Seite nichts übrig, als weiter kräftig den Konflikt anzuheizen. An Frieden und Entspannung verdient man nichts. Und man verliert seine Legitimation als unbeliebte "Besatzungsmacht" in Südkorea, wo man doch unbedingt einen Außenposten zur Nah-Kontrolle Chinas braucht.

  • Dummer KOMMENTAR !!!
    wer ERHÖHT BEI wem mit JEDES JAHR MEHR , MIT NADELSTICHE UND HUNGER STEIGERN , BEI wem DEN DRUCK , UM WAS ZU ERREICHEN ???

    ABER AMEISEN TAUSCHEN KÖNIGIN NUR AUS DIE SCHWÄCHE ZEIGT und AMEISENSTAAT FÜTTERT SICH NÄCHSTE KÖNIGIN RAN ,
    DIE AGGRESSIVER STAAT STÄRKT = SOUVERÄN NICHT KÖNIGIN oder AMEISE SONDERN STAAT , der NUR VERNICHTEN SICH LÄSST . . .
    DAS WILL DOCH . . .
    DIKTATUR NICHT VERSTEHEN und so NICHT VERSTEHEN DAS selber in EINER LEBT !! " FÜR GELD und GELDRECHT BEDIENEN " aber NICHT RECHT GESETZE DEM GELD ZU ÄNDERN .
    . . .


    ATHEIST SICH Gott
    SOUVERÄN
    Frank Frädrich WILL AUCH WAHRHEITEN WISSEN WELCHE NURNOCH 4 IM ZUSAMMENHANG WISSEN

  • @Purpurrot-leuchtet-der-Erdenball
    Ich glaube Sie haben im Geschichtsuntersicht nicht aufgepasst!
    Soweit ich mich erinnere, haben so um 1945 rum irgendwelche Irren, die ersten A-Bomben gezündet.
    Aber genau weiß ich es auch nicht mehr. War vor meiner Zeit. :-)

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