Korrekter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
Trittin setzt verdeckte Ermittler ein

Umweltminister Trittin will mit verdeckten Ermittlern überprüfen, ob Bauern auf ihren Feldern verbotene Mittel benutzen. Agrarexperten aller Parteien haben den Plan scharf kritisiert.

HB BERLIN. Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und das Umweltbundesamt planen, von September an verdeckte Ermittler in der Landwirtschaft einzusetzen. Das berichtet die Zeitung «Bild am Sonntag». Demnach sollen 30 Kontrolleure bei Bauern im gesamten Bundesgebiet den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln überprüfen. Weiter heißt es, Aufgabe der Kontrolleure sei, auf Feldern unbemerkt Boden- und Pflanzenproben zu entnehmen und festzustellen, ob zu hohe Mengen oder verbotene Substanzen ausgebracht werden. Zudem sollen sie demnach beobachten, ob die Landwirte beim Einsatz von Pestiziden ausreichenden Abstand zu Gewässern einhalten.

Unter Berufung auf Informationen aus dem Umweltbundesamt schreibt die Zeitung, nach Abschluss der Überprüfung sollen sich die Ermittler den Bauern zu erkennen geben und Merkblätter zu der Aktion verteilen. Das Projekt koste mehr als 300.000 Euro und solle über zwei Jahre laufen.

Agrarexperten aller Bundestagsfraktionen kritisierten das Vorhaben Trittins. Die CDU-Politikerin Gitta Connemann sagte: «Trittin setzt auf Denunziation und Spitzelei - das passt nicht zu einem Rechtsstaat.» Der FDP-Abgeordnete Hans-Michael Goldmann betonte: «Trittin erniedrigt und kriminalisiert die Bauern.» Der SPD-Agrarexperte Wilhelm Priesmeier sagte: «Trittin muss das ganze Verfahren sofort stoppen.» Der agrarpolitischer Sprecher der Grünen, Friedrich Ostendorff, forderte: «Das Projekt gehört schleunigst abgeblasen.» Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, sagte: «Trittin setzt uns einem Generalverdacht aus und kriminalisiert den gesamten Bauernstand.»

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