Kosten der Energiewende

Industrie fürchtet sich vor den Folgen des Atomausstiegs

Die Bundesregierung treibt die Planungen für einen raschen Ausstieg aus der Atomenergie voran. Doch wer soll die Energiewende bezahlen? Die Industrie ist alarmiert. Sie befürchtet eine Explosion der Strompreise.
Update: 17.04.2011 - 20:07 Uhr 11 Kommentare
Sorgen um die eingeleitete Energiewende. Quelle: dpa

Sorgen um die eingeleitete Energiewende.

(Foto: dpa)

Düsseldorf, BerlinDie Industrie warnt vor den Konsequenzen eines raschen Ausstiegs aus der Atomkraft. „Wir befürchten, dass nun überstürzt Entscheidungen getroffen werden, deren Auswirkungen auf die Strompreise niemand ernsthaft bedenkt“, sagte Birgit Ortlieb, Geschäftsführerin des Verbandes der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), dem Handelsblatt. Im VIK sind die großen Energieverbraucher aus der Industrie vereint.

Tatsächlich werden in den kommenden Wochen in schneller Folge die Weichen für den Ausstieg aus der Kernenergie gestellt. Darauf hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ministerpräsidenten aller 16 Bundesländer bei einem Treffen Ende vergangener Woche eingeschworen. Bereits Mitte Juni soll der Ausstieg besiegelt sein.

Unbestritten ist, dass der beschleunigte Ausstieg aus der Kernkraft zunächst zu steigenden Strompreisen führen wird. Die Industrie, die für rund 50 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland steht, ist davon besonders stark betroffen. „Explodierende Strompreise sind Gift für energieintensive Industrien. Wir bewegen uns schon heute auf einem kaum erträglich hohen Strompreisniveau“, sagte VIK-Geschäftsführerin Ortlieb. Selbst leichte Steigerungen könnten das Fass zum Überlaufen bringen und wirkten als Jobkiller und Investitionsbremse.

Das neue Energiekonzept der Bundesregierung dürfte nicht unwesentlich davon beeinflusst werden, wie viel die Wende in das Zeitalter der erneuerbaren Energien voraussichtlich kosten werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Eckdaten genannt: Auch künftig müsse die Energieversorgung sicher, umweltfreundlich und nicht zuletzt bezahlbar sein. Atom-Gegner und -Befürworter bringen sich daher mit ihren Kostenberechnungen für die Meinungsfindung der verbleibenden zwei Monate des Atom-Moratoriums in Position.

Die „Bild“-Zeitung zitiert Energieexperten von Union und FDP, die von bis zu vier Milliarden Euro zusätzliche Kosten im Jahr für den Ausstieg aus der Kernenergie ausgehen. Brüderle erwartet Mehrkosten von bis zu zwei Milliarden. Begründet wird dies unter anderem mit stärkerer Förderung von Windparks und Gebäudesanierungen sowie einem beschleunigten Netzausbau. Hinzu komme eine niedrigere Brennelementesteuer.

Diesen Zahlen hält Greenpeace eigene Berechnungen entgegen. Strom aus Wind- und Wasserkraft ist danach heute schon wesentlich billiger als Strom aus Kohle und Atom. Nach einer Greenpeace-Studie erhielt nämlich die Atomstromproduktion von 1970 bis 2010 staatliche Förderung in Höhe von 186 Milliarden Euro, die Steinkohleverstromung kam auf 165 Milliarden und Braunkohle auf 57 Milliarden Euro. Die erneuerbaren Energien hätten im selben Zeitraum gerade mal 28 Milliarden Euro erhalten. Der Verbraucher zahle also Stromkosten, die auf der Stromrechnung gar nicht auftauchten.

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11 Kommentare zu "Kosten der Energiewende: Industrie fürchtet sich vor den Folgen des Atomausstiegs"

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  • Die Gottseligkeit mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn; denn wir haben nichts in die Welt hereingebracht, so dass wir auch nichts hinausbringen können. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen.

    1.Timotheus 6; 6-8
    Bibel

  • Ein Mörder sorgt sich um unseren Planeten
    Sektenchef: Interview aus dem Gefängnis Charles Manson, oberster Klimaschützer
    19.04.2011, 18:40 2011-04-19 18:40:23
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    Von Jörg Häntzschel, New York
    Ein Mörder sorgt sich um unseren Planeten: Charles Manson sitzt lebenslänglich im Knast - und geht im Gespräch mit ''Vanity Fair'' seinem Bedürfnis zum Predigen und Schwadronieren nach.

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/sektenchef-interview-aus-dem-gefaengnis-charles-manson-oberster-klimaschuetzer-1.1087342


    Der Beitrag ist nicht nur deshalb sehr Interessant weil er Mörder ,Irre und Klimaschützer die sich für Gott halten in Konsens bringt .

  • Sind Sie immer noch nicht in den Tschad ausgewandert?

  • Früher sagte man den BW-Angehörigen folgendes nach: "Sie trugen seltsame Gewänder und irrten planlos umher."

    Dieser Spruch lässt sich treffenderweise heutzutage auf die Politikerkaste übertragen.

    Null Plan von Nichts, aber zu Allem den Senf dazugeben u. Entscheidungen treffen, deren Folgen in letzter Konsequenz weder überdacht werden, noch kalkulierbar sind.

    Die letzten ReGIERungen kommen uns insgesamt sehr, sehr teuer.

  • Ich fürchte wirklich keine Energiewende und auch keine Naturkatastrophe.

    Weil unsere deutschen Politiker - v.a. die "Gelben" sind moralisch so gut und bekommen jede Wirtschaftpolitik so hin, dass mir nicht bange wird.

    Wie ich auf eine solche Behauptung komme?

    Ich habe mir bei Peters Woche den F.D.P.-Politker Haustein im Video angesehen.
    Dort spricht sich der "Kamerad Bundestagsabgeordnete" aus Sachsen für einen Verzicht auf eine Diätenerhöhung (war vor 3 Jahren) aus. Und was ist aus diesem Bekenntnis zum eigenen Verzicht geworden? Bei den Stümpern der Gelben?

    Aber seht selbst - welche Erkenntnis Ihr aus Politikerversprechen zieht.

    Sehen könnt Ihr das Video unter: http://www.youtube.com/watch?v=zyY1rttKOBI

    Also, Glück auf und viel Spaß beim Abspielen dieses Videos!

  • In der BRD haben Chaoten das Ruder übernommen. Wer als Unternehmer noch in der BRD investiert, muss komplett irre sein. Gewiss, die BRD befindet sich derzeit dank Autoexporten und der bis Februar efolgreichen Energiepolitik noch im Steuereinnahmenrausch. Die Perspektive der BRD sieht aber düster aus. Es ist irre, dass es Menschen mit Abitur gibt, die tatsächlich glauben, man könne die Energieversorgung der BRD mit Windmühlen und Kuhescheißevergasung gewährleisten. Ohne den Bau neuer Kernkraftwerke wird die BRD ökonomisch in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

  • Ich kann es nicht vertsehen! Wieso gibt es plötzlich für die Ersatzinvestitionen der Versorger zusätzlicher Finanzbedarf? Der Stromkunde hat jahrelang dafür bezahlt! Es ist das gleiche, wenn plötzlich der Autofahrer für eine neue Straße zusätzlich bezahlen muß, der zahlt aber seit Jahrzehnte dafür! Plötzlich wird es so getan, dass dies eine Aufgabe des Staates ist... Dann soll der Staat diese Konzerne auch verstaatlichen und die Dividenden, die jetzt von den Aktionären kassiert werden, für die Energiewende verwenden!

  • "Merkel zeigte sich überzeugt, dass die Kosten für die Verbraucher überschaubar bleiben werden. Eine genaue Auskunft sei aber erst im Rahmen des Gesamtkonzepts möglich"

    Da bin ich aber gespannt, was Mutti für eine "genaue Auskunft" geben wird. Sie wird nicht erfreulich sein.

    Ich bin dafür, das ganze nutzlose, ungebildete, ungewaschene Polit-Pack von CDUCSUSSPDGRÜNEPDS, was durch Bund und Länder wabert und dummes Zeug lallt, nachhaltig und alternativlos auf den Mond zu schießen.

  • Ich bin vom Atomausstieg überzeugt.

    Trotzdem glaube ich schon, dass einige Voraussetzungen für die Abschaltung der deutschen Atommeiler gegeben sein sollten bzw. auch als Voraussetzung gelten:

    a) Atommeiler werden nur dann ausgeschaltet, wenn alternativ die Versorgungssicherheit des gesamten deutschen Stromnetzes gesichert ist,

    b) wenn die Transportnetze auf die geänderte Erzeugungslast ausgelegt sind,

    c) in kleinen Schritten werden die Belastungen auf die Haushalte und auch die Industrie umgelegt. Natürlich wird tendenziell der Strom in Deutschland teurer, aber es wird berechenbare Preisschritte geben. D.h. die Industrie kann durch eine Modernisierung ihres Maschinenparks bzw. durch eine schrittweise Anhebung ihrer Preise diese dann an die Endverbraucher weitergeben (aber alles in für die Industrie u. die Verbraucher verträglichen Maßen).

    d) wenn für die "gefährdeten Arbeitsplätze" in der sehr stromintensiven Industrie alternative Arbeitsplätze (der Anzahl nach) geschaffen wurden. Da kann man überzeugt sein, dass die riesigen Investitionen in die Stromerzeugung, -speicherung u. den Transport erst einmal sehr viele Arbeitsplätze in D gesichert und ausgebaut werden.

    Aber eines ist klar: Wer viel Strom u. Energie in Deutschland verbraucht wird in Zukunft mehr Geld für seinen Verbrauch zahlen - und das ist die Wahrheit!

  • einige Unternehmen fangen an sich in anderen europaeischen Laendern nach neuen Standorten umzusehen, um den bevorstehenden Enerieengpaessen und -Preisen aus dem Weg zu gehen.
    Der Pipe-Dream Populismus der Gruenen wird nach hinten losgehen, denn der Verbraucher, privat oder kommerziell, kann diese Mehrbelastung nicht mehr tragen.
    Die ersten Brownouts in den naechsten Monaten werden immer wahrscheinlicher.
    Aber die Deutschen waren schon immer ausgezeichnet, sich selber in den Fuss zu schiessen.

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