Kosten sollen vollständig absetzbar sein
CDU will Tagesmütter stärker fördern

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Christoph Böhr hat deutliche Steuerentlastungen für Familien gefordert. „In einem ersten Schritt müssen wir es Eltern ermöglichen, die Kosten für eine Tagesmutter voll von der Steuer abzusetzen,“ sagte Böhr dem Handelsblatt.

BERLIN. Böhr, der auch Vorsitzender der Wertekommission seiner Partei ist, glaubt, dass mit einer steuerlichen Absetzbarkeit rund 90 000 Beschäftigungsverhältnisse im Bereich der familiennahen Dienstleistungen geschaffen werden könnten. Insgesamt schätzt er die möglichen Beschäftigungseffekte einer stärkeren Förderung der Familien einschließlich des Ausbaus der öffentlichen Kinderbetreuung auf rund eine Million neue Jobs. Auf der anderen Seite werde es Frauen erleichtert, ihren Kinderwunsch zu erfüllen, weil sie Beruf und Kindererziehung besser in Einklang bringen könnten. „Statt immer mehr Geld in Ich-AGs und Minijobs zu stecken, sollte Kindererziehung steuerlich behandelt werden wie Betriebsausgaben“, sagte Böhr.

Außerdem könne die steuerliche Förderung helfen, die Tätigkeit als Tagesmutter für Frauen attraktiver zu machen. Er verwies auf eine Studie des Deutschen Jugendinstituts, nach der bis 2010 bis zu 48 000 Tagesmütter in öffentlichen Einrichtungen fehlen. Der Bedarf an Tagesmüttern in Privathaushalten sei nach Expertenschätzungen sogar doppelt so hoch. „Wir wollen, dass Tagesmutter zu sein, ein anerkannter Vollzeitjob wird, kein Nebenberuf und kein Minijob“, sagte Böhr.

Nötig sie daher auch eine bessere Qualifizierung der Tagesmütter in mehrwöchigen Kursen, die mit einem Zertifikat abgeschlossen werden könnten. Böhr hält die volle Abzugsfähigkeit auch für erforderlich, um den grauen Markt der Tagesmütter in den regulären Arbeitsmarkt zu überführen. Nach Expertenschätzungen sind derzeit rund 100 000 Tagesmütter schwarz im Einsatz.

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