Kostenbeteiligung der FIFA im Gespräch
Verteidigungsminister gegen Bundeswehr-Einsatz bei der WM

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung lehnt nach wie vor den Einsatz von Bundeswehrsoldaten zum Schutz von Fußballstadien während der Weltmeisterschaft ab.

HB TAORMINA. „Ich habe klar und deutlich gesagt, dass wir uns so verhalten, wie es derzeit die Verfassungslage gebietet“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Taormina (Sizilien) auf Fragen von Journalisten nach möglichem Objektschutz.

Zu einer Kostenbeteiligung des Weltfußballverbandes FIFA am Einsatz der Bundeswehr äußerte er sich zurückhaltend: „Darüber werden wir zu sprechen haben, wenn man auch konkret einen Kostenrahmen abschätzt.“ Er gehe davon aus, dass die Bundeswehr „Vorsorgemaßnahmen“ treffen müsse, um den Verlauf der WM zu sichern.

„Wir werden alle Vorsorgemaßnahmen treffen, die notwendig sind, um beispielsweise Aufklärung zu erreichen durch den Einsatz von AWACS-Flugzeugen, um um gegebenenfalls vorbereitet zu sein auf Katastrophen, auf Notlagen“, sagte der Minister. „Das werden wir in verschiedenster Art und Weise tun.“ Die Bundewehr werde „mit dafür sorgen, dass unsere Sicherheitsorgane alle Voraussetzungen mitbringen, damit die Spiele stattfinden können unter dem Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden““. Jung: „Das ist unsere Verantwortung und die werden wir auch wahrnehmen.“

Während der WM werden ebenso wie bei anderen Großveranstaltungen unter anderem AWACS-Luftaufklärungsflugzeuge der NATO über Deutschland eingesetzt.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, hält den Einsatz von Bundeswehr-Sanitätern und ABC-Kräften bei der Fußball-WM indessen für unproblematisch. Beck erklärte am Donnerstag, ein solcher Einsatz im Rahmen des Katastrophenschutzes sei von der Verfassung gedeckt. „Zwar verfügen auch die Berufsfeuerwehren, THW und Polizei über gewisse ABC-Abwehrfähigkeiten“, sagte er. Sollten sich diese aber als nicht genügend erweisen, könne auf die Unterstützung durch die Bundeswehr zurückgegriffen werden. Beck erinnerte daran, dass ein Einsatz der Bundeswehr im Rahmen der polizeilichen Gefahrenabwehr - etwa beim Objektschutz - nach dem Grundgesetz unzulässig sei.

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