Krämer vs. Bofinger Der Krieg der Ökonomen eskaliert

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„Diesen Redakteur könnte ich erwürgen“

Im Interview mit der Dortmunder Studentenzeitung versucht Krämer nun, aufzuklären. Sinn sei an dem Aufruf nicht beteiligt gewesen, sagt er. Der „Spiegel“ stelle ihn aber als mediengeilen Dummschwätzer da. „Diesen Redakteur könnte ich erwürgen und an die Wand klatschen“, so Krämer.

Das Statement von Krämer belegt eindrucksvoll, welch tiefe Gräben der Aufruf in der Ökonomenzunft gerissen hat. An vielen großen Wirtschaftsfakultäten wie Mannheim und München gibt es größere Fraktionen von Befürwortern und Gegnern des Aufrufs. Manche Professoren haben sogar den Krämer-Aufruf und das Papier von Illing und Heinemann unterzeichnet.

Auch von politischer Seite hat es Druck auf die Unterzeichner des Krämer-Aufrufs gegeben. Kanzlerin Merkel und Bundesfinanzminister Schäuble haben empört reagiert. Wie das Handelsblatt am Donnerstag aus Regierungskreisen erfahren hat, haben hochrangige Beamte mehrere Unterzeichner des Krämer-Aufrufs angerufen um den Unmut der Regierung zu transportieren. Für die Professoren ist dies heikel, weil sie zum Beispiel bei der Vergabe von Beraterposten von der Regierung abhängen.

Hans-Werner Sinn wies aber die Vermutung zurück, dass er sich wegen politischen Drucks vom Aufruf distanziere. „Bei mir hat sich vor oder nach dem Aufruf niemand aus Berlin gemeldet.“

Auch ohne politischen Druck, wird die Debatte um den Ökonomenaufruf immer aggressiver geführt. Walter Krämer sieht die Schuld dafür aber auf der Gegenseite. „Wenn hier jemand auf Stammtischniveau argumentiert, dann die Gegenseite,“ sagte er im Interview mit der Studentenzeitung.

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146 Kommentare zu "Krämer vs. Bofinger: Der Krieg der Ökonomen eskaliert"

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  • Nachfolgender Artikel zur Erhellung des Umfeldes auf das sich Bofinger und Co. eingelassen haben:
    http://ineteconomics.org/blog/inet/which-nation-greatest-threat-europe-anatole-kaletskys-debut-column-reuters
    “One country poses an existential threat to Europe – and it is not Greece, Italy or Spain.” It’s Germany. So says Anatole Kaletsky in his thought-provoking debut column for Reuters and the International Herald Tribune. Germany has been the one vetoing every potential solution, Kaletsky says, so anyone looking for the real threat to Europe should go right to the source. Kaletsky suggests that Germany isn’t really looking out for Europe’s best interests – its looking out for Germany’s. “Merkel plays lip service to political union” he writes, “even claiming that democratic accountability is her main condition for financial rescues; but what she means is accountability to German voters, German newspapers and German constitutional judges.” Kaletsky’s point is that Germany’s goal – once again – is to try to make a “German Europe” rather than a “European Germany.” The problem with this approach, he suggests, is that while Germany is in a more powerful geopolitical position vis-à-vis its Europeanneighbors, “it isn’t big and powerful enough to dominate its neighbors decisively, as the U.S. dominates North America or China will dominate the Far East.”Merkel appears to have forgotten this lesson, Kaletsky says, and is instead “instructing the Greeks, Italians, and Spaniards to ‘do their homework’” – an injunction she undoubtedly believes is in these countries’ best interests. Yet, Germany is overplaying its hand.
    “This question is not whether Europe will agree to live under German leadership, but whether Germany will agree to live under EU leadership – or whether the other nations must form a united front against Germany to prevent the destruction of Europe, as they have repeatedly in the past, ” Kaletsky says...

  • Krämer hat vollkommen Recht ! Auch die neueste Bofinger +16 - Warnung wurde von, ja von wem? - von der obersten Abzock-Heuschrecke Soros in Auftrag gegeben. Das sogenannte Warngutachten ruft nach Vergemeinschaftung der Euroländer-Schulden und fettet damit die Banken und deren Erträge aufs Wohltätigste an ! Herr Bofinger und sein DGB-Chef Sommer sind absolut durchgeknallt oder fremdgesteuert.

  • Die wirtschaftlichen Zusammenhänge sind zwar komplex aber nicht kompliziert. Wenn allerdings kriminelle Energie der Leitfaden des Handelns ist, dann findet Verschleierung statt, Fakten werden bewusst falsch kolportiert. Leider reicht der gesunde Menschenverstand der meisten Politiker nicht aus, um hier unterscheiden zu können. Oft werden die dubiosen Thesen vermeintlicher "Fachleute" einfach nachgeplappert und als große Politik verkauft. So ist Europa nicht zu retten. Ethisches und nachhaltiges Handeln in Verbindung mit Solidarität bringt uns zum Ziel.

  • Die Karriere von Herrn Professor Bodinger wirft kein gutes Licht auf den akademischen Betrieb in Deutschland. Filz und Seilschaft statt fundierter Wissenschaft, leider inzwischen auch an bayrischen Universitäten.

  • Fragt sich nur, was für eine Gewerkschaft? Der Sorosianer?

  • Da kann man nur beipflichten und ergänzen, daß der Lernprozess der Ökonomen schon viel früher eingesetzt haben müsste, nämlich zu der Zeit, als es um den Beitritt zur Eurozone ging: 1998 ist doch mit irrationalen Thesen für eine politische Union gegen eherne Gesetzte der Volkswirtschaftslehre verstoßen worden, die sich heute rächen. Nur eine kleine Gruppe Ökonomen um den Währungstheoretiker Wilhelm Hankel und einige Politiker wie Gauweiler haben damals ihre Stimme erhoben. In USA sind die Ökonomen noch ehrlich: In Verschränkung mit korrupten Politikern, Banken und Ratingfirmen belügen sie Otto Normalverbraucher im Interesse des Großkapitals nach allen Regeln der Kunst (siehe den US-Film "Inside Jobs"). Hier zu Lande haben die sich meist hinter Staatssubventionen als Vertreter von Interessengruppen der politischen Klasse wie Industrieverbänden und Gewerkschaften versteckt und weidlich ausgenutzt, daß in der Administration und in den Parlamenten seit Ludwig Erhard und Karl Schiller zu fast 100% ökonomische Blindgänger saßen und noch sitzen und haben den Menschen das „eia popeia“ der Wirtschaft erklärt. Da ist mir Amerika schon lieber, denn dort wird wenigstens Klartext mit Sachverstand geredet.

  • Anstatt dass die Professoren nun darüber streiten, wer das beste Rettungskonzept hat, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, sollten sich die Professoren fragen, welchen Beitrag sie zur Entstehung der Krise geleistet haben. Griechenland wurde von Investmentbankern bei den Schumeleien unterstützt. Wo haben diese Investmentbanker gelernt? Und vor allen was? Wurden ihnen jemals ethische Werte vermittelt? Haben sie gelernt, dass Wirtschaften nicht Profitmaximierung um jeden Preis bedeuten kann? Gleiches gilt für die anderen Bankkrisen der vergangenen Jahre. Banken betrügen und manipulieren und versuchen, ihren eigenen Vorteil zu sichern. Vieles wird ausgeführt von ehemaligen Topstudenten.

    Die Professoren sollten daher eher ihren Lehrplan hinterfragen und versuchen, durch die Vermittlung von Verantwortungsbewusstsein und Werten derartiges Fehlverhalten in Zukunft zu verhindern, anstatt nun darüber zu diskutieren, welche Meinung richtig ist. Denn Lösungsansätze, die auf jeden Fall funktionieren, hat wohl keiner!

  • Warum Kommentar? Zur Überwindung des Nationalismus hat es über tausend Jahre gebraucht. Diesmal geht es hoffentlich chneller, schliesslich sind die Infomationen frei verfügbar. Ich jedenfalls bin sicher: es wird schon.

  • Da der Artikel mittlerweile geändert wurde, hier der Link zum Google Cache (der Artikel stand vorher 1 Woche lang MIT den beanstandeten Anmerkungen online):
    http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:www.pflichtlektuere.com/17/07/2012/tu-professor-kritisiert-eu-beschluesse-zur-bankenrettung/

  • Danke für den Hinweis auf Matthias Elbers. Wer im Bundestag hat diesen Aufsatz gelesen, bzw. verstanden?

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