Kraftwerke
Deutsche Energie-Agentur warnt vor Stromlücke

Die Rückschläge bei der Erneuerung des Kraftwerksparks nähren Sorgen vor einer Stromlücke. "Die Lage stellt sich deutlich schlimmer dar als noch vor einigen Monaten", sagte Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (Dena), dem Handelsblatt. Tatsächlich schrumpft die Liste der Kraftwerksprojekte, die noch Realisierungschancen haben, kontinuierlich.
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BERLIN. Allein im Dezember sind drei Projekte abgeblasen worden: Der dänische Versorger Dong gab bekannt, er werde sein Kohlekraftwerksprojekt in Lubmin bei Greifswald nicht realisieren. Das Unternehmen wollte für 2,3 Mrd. Euro zwei Blöcke mit jeweils 800 Megawatt (MW) Leistung errichten. Kurz zuvor hatte bereits Energie Baden-Württemberg (EnBW) mitgeteilt, die Projektarbeiten für ein Kohlekraftwerk im Emsland nicht weiter voranzutreiben. Außerdem entschied sich die Politik in Mainz, die Pläne für ein Kohleheizkraftwerk in der Ingelheimer Aue abzublasen.

Die Dena warnt seit geraumer Zeit vor einer Stromlücke. Bereits im Frühjahr vergangenen Jahres war die Agentur in einer viel beachteten Studie zu dem Ergebnis gekommen, in Deutschland fehlten im Jahr 2020 voraussichtlich 15 konventionelle Großkraftwerke. Bereits ab 2012 stehe nicht mehr genügend gesicherte Kraftwerksleistung zur Verfügung, um die Verbrauchsspitzen zu decken. Die Verengung des Stromangebots werde die Preise deutlich steigen lassen. Die Dena hatte für ihre Analyse mit allen relevanten Energiekonzernen gesprochen und deren Neubauprojekte in ihre Berechnungen aufgenommen.

"Seitdem hat sich viel getan. Viele Projekte wurden gestrichen. Die Gefahr, dass es zu einer Stromlücke kommt, wächst", sagte Dena-Chef Kohler. Die Agentur gehört zur Hälfte dem Bund, zur anderen Hälfte der staatlichen KfW, der Allianz, der Deutschen Bank und der DZ Bank.

Sorge vor Abhängigkeit vom Ausland

Kohler warnte davor, bei der Stromversorgung zu sehr auf den europäischen Verbund zu setzen. "Darauf ist kein Verlass. Die Versorgungssicherheit muss zu einem hohen Prozentsatz im eigenen Land gewährleistet werden", sagte der Dena-Chef. Wäre Deutschland stärker von Stromimporten abhängig, hätte das gerade in den vergangenen Wochen für erhebliche Probleme gesorgt: Wegen umfassender Reparatur- und Wartungsarbeiten waren im Nachbarland Frankreich mehrere Tausend MW Kraftwerksleistung ausgefallen.

Meist sind es massive Proteste von Umweltschützern und Kommunal- oder Landespolitikern, die die Neubaupläne der Energieunternehmen durchkreuzen. Die Umweltschützer werfen der Branche vor, mit dem Neubau von Kohlekraftwerken hohe Kohlendioxidemissionen auf Jahrzehnte zu zementieren. In vielen Fällen haben die Proteste die Unternehmen bereits zum Rückzug veranlasst.

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  • @ Jan (15) Teil 1

    „...so ein Quatsch, das Öl ist nicht 2020 alle, sondern reicht mindestens bis 2100!"“

    ich habe weder das Eine noch das Andere behauptet.

    „....auch 2100 ist m.E. recht kurzfristig gedacht.“

    90 Jahre sind für Sie kurzfristig, Donnerwetter. Was ist denn für Sie eine langfristige Energieperspektive? Wenn ich Sie richtig verstehe, möchten Sie für mehr als die nächsten 100 Jahre Pflöcke für die Energiepolitik und –versorgung einschlagen. Übernehmen Sie sich da nicht ein wenig?

    „.....ich möchte etwas wirklich nachhaltiges, wo wir für viele viele Generationen eine passende Lösung haben und nicht irgendwelche Probleme vor uns herschieben.“

    Als die Herren Strowger und Keith 1892 das erste Wählamt der Welt in La Porte, indiana, USA, mit dem von ihnen erfundenen Wählern in betrieb nahmen, hatten sie einen neuen Weg in der Telefonie eingeschlagen, der für D 1998 endgültig durch ein neues, elektronisches Verfahren, zu Ende ging. Die beiden hätten sich dies mit Sicherheit nicht träumen lassen, daß das von ihnen erfundene Verfahren so lange bestand haben würde.
    Nachhaltigkeit ist eine zeitlich begrenzte Möglichkeit, in der sich weitere Entwicklungen ergeben, die zum heutigen Zeitpunkt nicht vorhersehbar und absehbar sind. Also lassen Sie den nachfolgenden Generationen noch ein paar Probleme übrig. Wind, PV und andere alternaive Energien, sind für einen industriestandort ungeeignet und tragen nicht zum Fortschritt in der Entwicklung bei, weil es Uralttechnologien sind deren Entwicklung ausgeschöpft ist.

    „(da haben die USA ja gerade erst ein großes, landesweites Forschungsprogramm gestartet, um die Ölabhängigkeit zu verringern).“

    Amerikanische Autos verbrauchen im Schnitt deutlich mehr als die europäischer Hersteller. Schon 2007 hat bush deshalb angeordnet den Verbrauch der Fahrzeuge bis 2017 [!] um 20% zu senken. Viele Amerikaner sind zudem Ressourcenverschwender in jeder beziehung, nicht nur beim Öl.

    „Davon sind 1-2 (!) brüterreaktoren. (Quelle: Prof breyer, AKE)“

    Derzeit werden weltweit 4 schnelle brüter betrieben, je einer in Frankreich (Phénix), Russland, indien und Japan.
    (http://www.areva-np.com/scripts/info/publigen/content/templates/show.asp?P=1531&L=DE)
    Der japanische soll im März 2010 nach einer Störung (iNES1) wieder ans Netz. betriebserfahrungen sind daher vorhanden, in D leider keine Akzeptanz gegenüber der Kernenergie insgesamt. Das ist der Hauptpunkt, weshalb wir weltweit in diesem Technikbereich zurückgefallen sind. Der Grund sind von daran interessierten Kreisen geschürte diffuse Ängste, Tschernobyl ist für die das Totschlagargument schlechthin.

  • @ Jan (15) Teil 2

    „....wie in der Asse gepfuscht wurde, ist ja wohl unglaublich.“

    in der Asse liegt radioaktiver Abfall aus der Nuklearmedizin. Das bergwerk zieht Wasser, das macht fast jedes, dies wird aufgefangen und abgepumpt, wie in fast jedem bergwerk.

    „Endlager sind nur so lange toll, wie man nicht in der Nähe wohnt...“

    Was ist an einem Endlager schlimmes? Es befindet sich mehrere hundert Meter unter der Erde. Die Mülldeponie in 15 km Entfernung ist oberirdisch und stinkt 24 Std. am Tag nach Methan, das die Anlieger kostenfrei einatmen dürfen, bei bestimmten Witterungslagen sogar die im Nachbarort.

    „ist ein anderes Thema, das inzwischen religiöse Maßstäbe angenommen hat. Vielleicht lassen wir das an dieser Stelle weg.“

    Nee, das ist nämlich der Hauptpunkt für den Alternaiv-Energie-Wahn. Mit diesen „Techniken“ wollen die Ökowahnsinnigen den CO2-Ausstoß reduzieren. Dafür muß der Stromkunde jährlich sehr tief in die Tasche greifen. Laut bMU für die Windmühlen in den letzten 3 Jahren 30 Mrd. €, für Solar in den letzten 2 Jahren 20 Mrd. €. Die Vermeidungskosten pro Tonne CO2 liegen bei diesen „Techniken“
    zwischen 300 – 550 €, beim Einsatz von modernen Kohlekraftwerken 70€/t. Googlen Sie FNU-85.

    „Naja... vielleicht eine Handvoll, von vielen hundert oder tausend Forschern.“

    Verniedlichen nützt nichts, die meisten Klimahysteriker sitzen im iPCC und verbreiten im Namen der UN ihre Weisheiten, die der größte Teil der Menschen in Europa glaubt ohne sie zu hinterfragen. Zudem ist ein viel zu großer Teil dieser „Weisen“ politisch tätig.
    Lesen Sie hier: http://www.faz.net/s/RubC5406E1142284Fb6bb79CE581A20766E/Doc~E03F2D9A9284D4F37A6749FD3F615CE15~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Selbst Mojib Latif hat vor einigen Tagen in einem NDR-interview eingeräumt sich den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, unzureichende Modelle in seinem Forschungsbereich (Klima) benutzt zu haben. Auch er hat seine Heimatstadt Hamburg schon unter Wasser gesehen.
    Wenn Sie einmal in Ruhe darüber nachdenken; die Menschheit ist noch nicht einmal in der Lage das Wetter über zwei oder drei Wochen vorherzusagen und da sollen wir Leuten glauben sie könnten die Klimaänderungen der Erde vorhersagen und das mit nachweislich zugegebenem, unzureichenden wissenschaftlichem Unterbau, der u.a. Faktoren außerhalb der Erde (z.b. Sonne) einfach ignoriert.

    „..die bedeutung dieser Handvoll, oder die Zusammenhänge, um das genau und solide beurteilen zu können.“

    Wäre es eine Handvoll, würden sie nicht beachtet. Die Handvoll Wissenschaftler, die von denen im iPCC als „Klimaskeptiker“ bezeichnet werden, sind die, die vorsorglich erst gar nicht gehört werden, weil sie denen nämlich widersprechen und auf deren unzureichende basis verweisen.

  • @ Jan

    "Wenn Sie die beitrage genau durchlesen, werden Sie schnell sehen, dass die von ihnen als "Weltuntergangsszenarien des Club of Rome" (irgendwann kein Öl mehr da, wir brauchen Alternativen) bezeichneten Fakten inzwischen von niemandem mehr abgestritten werden. Nicht einmal von ihnen selbst ("Wer könnte dieser banalen Theorie widersprechen.")."

    Gab oder gibt es irgendjemand Seriöses, der behauptet, die Ölvorkommen seien unendlich? Wer hat das wann wie gesagt? Es geht darum, dass Gutmenschen wie die vom "Club of Rome" absolut und wissentlich falsche "Prognosen" abgegeben haben, und zwar aus Prestige-, Eitelkeitsgründen oder denen der eigenen Vorteilsnahme.

    Für mich gilt der alte, wahre Satz, dass "Not erfinderisch" macht. Wenn das Öl oder das Uran (vom Gas wird erstaunlicherweise nie geredet) und das Gold und das Kupfer wirklich zu Ende gehen, DANN wird der Genius des Menschen technisch praktikable und wirtschaft sinnvolle Alternativen entwickeln. bis dato geht es nur um das Umverteilen von Steuermitteln bzw. Abfassen von Subventionen. Die Subventionsritter der Windmühlen sind das beste beispiel dafür.

    "Die Algen für biotreibstoff sind eine nette idee."

    Das ist keine nette idee, sondern wissenschaftlich, technisch und ökonomisch umm Ellen sinnvoller als eine Uralttechnologie wie Windmühlen.

    "Natürlich geflällt sie den Ölkonzernen - ist die idee dahinter doch, dass sie die bisherigen Raffinerien weiter betreiben können."

    Na und? Das ist offenbar für Sie wie für all die anderen Apostel das KO-Kriterium. Damit geben Sie zu, dass es nicht um das hehre Ziel des "Klimas" geht, sondern darum, Ölkonzerne oder sonst was zu bekämpfen. Was spricht denn dagegen, wenn aus CO2, Salz-(Meer-)wasser und Sonnenlicht (ha mal nü) ein mehr oder weniger synthetisches Röhol entsteht und dadurch vorhandene infrastruktur wie Raffinerien weiter genutzt werden kann? Dahinter kann nur obige ideologie der Alt-68er-Atomkraft-nein-danke-Öl-Multis-und-Autoraser-verbieten stehen. Es geht damit nicht um die Sache (welche Technoloie bringt uns bei Annahme, der Klimawandel sei die Wahrheit, am kostengünstigsten, ressourcenschonendsten und technisch optimalsten weiter?) sondern um ideologie und Ersatzreligion. ...am betrieb der Raffinerien können Ökos bisher nicht mitverdienen - das ist mir schon klar ...

    "das ist noch in der frühen Grundlagenforschung "

    ist das ein Problem?

    "bei dem Aufwand (Aufzucht, Nährstoffe, Ernte, Verarbeitung) "

    Zutaten: CO2, Salz/Meerwasser, Sonnenlicht - ich sagte es bereits.

    "ie Algen wachsen durch Sonnenenergie ;-)"

    Na wunderbar. Hauptsache, man muss zu deren Nutzung nicht höchstreines Silizium herstellen. Gibt es etwas Genialeres, als die Photosynthese der Natur direkt zu industrialisieren?

    Ne, Ne Jan. Es sind höchst schnöde intentionen im Spiel. Die Angst-, Öko-, Wind-, Sonnen-, Klima- und Weltuntergangsindustrie fasst unenendlich ab. Der Steuerzahler wirkt ohne beispiel gemolken - und Fettsäcke wie Joschi trinken Tignanello wie andere Wasser. Das ist Reality!

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